EU-Digitalrecht 2026: Neue Pflichten treten in Kraft

Das Jahr 2026 wird für viele Unternehmen zum Praxisjahr des EU-Digitalrechts. Mehrere bereits verabschiedete Regelwerke treten in entscheidende Anwendungsphasen ein und machen neue Anforderungen erstmals verbindlich. Der Fokus verschiebt sich damit von der Vorbereitung zur Umsetzung.

Ab August 2026 gelten zentrale Pflichten aus der KI-Verordnung für sogenannte Hochrisiko-Systeme. Unternehmen müssen unter anderem Risiken systematisch bewerten, ihre KI technisch dokumentieren und den laufenden Betrieb überwachen. Ebenfalls ab August wird mit der E-Evidence-Verordnung der grenzüberschreitende Zugriff von Strafverfolgungsbehörden auf elektronische Daten erleichtert, verbunden mit festen Reaktionsfristen für betroffene Diensteanbieter.

Im September 2026 folgen weitere Vorgaben: Der Data Act verpflichtet Hersteller vernetzter Produkte, Daten standardmäßig zugänglich zu machen. Auch treten erste Meldepflichten aus dem Cyber Resilience Act in Kraft. Die praktische Einführung der europäischen digitalen Identitäts-Wallet bringt neue Anforderungen an Identifizierungs- und Authentifizierungsprozesse.

Insgesamt zeigt sich: 2026 bringt weniger neue Gesetze, dafür mehr konkrete Verpflichtungen. Was lange angekündigt war, wird jetzt verbindlich. Für Unternehmen entscheidet sich in diesem Jahr, ob Digitalregulierung als reine Pflichtaufgabe behandelt wird oder als fester Bestandteil moderner Unternehmenssteuerung.

Quelle: EU-Digitalrecht 2026: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick