Mithilfe von regionalen Digitalisierungszentren wollen wir regionale "Ökosysteme" für digitale Innovationen und regionale Unterstützungspunkte für die Digitalisierung der Wirtschaft bilden. Dabei sollen die regionalen Innovationsstrategien berücksichtigt werden. Auf diese Weise werden wir branchenoffene Strukturen im Land aufbauen, um die Digitalisierung der Wirtschaft verstärkt in der Fläche des Landes voranzubringen. In den Digitalisierungszentren sollen etablierte Unternehmen gerade auch aus dem Mittelstand, Start-ups und weitere Akteure wie Forschungs- und Transfereinrichtungen, Hochschulen, Vertreter der Kreativwirtschaft, Verbände, Kammern, Business Angels und Wagniskapitalgeber, Intermediäre des Innovationsgeschehens und der Wirtschaftsförderung zusammenarbeiten.

Im Sinne einer regionalen Drehscheibe für Digitalisierung werden Akteure in den Hubs räumlich zusammengebracht. Damit soll ein Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer ermöglicht werden. Es sind Maker Spaces und Coworking Spaces denkbar, um digitale Technologien erfahrbar zu machen und um neue Geschäftsmodelle und gemeinsame digitale Projekte zu entwickeln. Darüber hinaus sollen die KMU aus den jeweiligen Regionen beim Einstieg in die Digitalisierung unterstützt werden, indem die Hubs als erste Anlaufstelle für die Digitalisierung dienen.

Die Digitalisierung der Wirtschaft bedeutet gerade auch für die Unternehmen in Baden-Württemberg eine große Chance für effizientere betriebliche Prozesse, neue Produkte und Dienstleistungen oder innovative Geschäftsmodelle. Sie ist aber auch eine große Herausforderung, weil die digitale Transformation erhebliche Anpassungen notwendig macht. Zahlreiche KMU aus den verschiedenen Branchen haben einen erheblichen Nachholbedarf bei der digitalen Transformation. Vielfach sind sie dabei gegenüber größeren Unternehmen im Nachteil. Für sie ist es beispielsweise schwieriger, die notwendigen Investitionsmittel zu mobilisieren und die entsprechenden Fachkräfte zu finden. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, KMU bei der digitalen Transformation mit einem möglichst unbürokratischen Förderinstrumentarium zu unterstützen.

Mit der Digitalisierungsprämie werden wir ein branchenoffenes Unterstützungsangebot schaffen, das insbesondere auf die "digitalen Neulinge" unter den KMU abzielt und mit dem konkrete Umsetzungsschritte zur digitalen Transformation begleitet werden. Konkret wollen wir damit die Einführung digitaler Lösungen fördern, die einen deutlichen Mehrwert für die betrieblichen Abläufe des jeweiligen Unternehmens bieten. Gleichzeitig wollen wir die gezielte Weiterqualifizierung der Beschäftigten im Hinblick auf die neu eingeführten Systeme und Anwendungen unterstützen. Aufbauend auf der niederschwelligen Sensibilisierung und Beratung durch den Digitallotsen und weiteren Angeboten zur Information und Vernetzung der Unternehmen schaffen wir mit der Digitalisierungsprämie ein einzelbetriebliches Förderprogramm zur konkreten Umsetzung der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen.

Mit dem neuen Innovationsgutschein Hightech Digital werden pilotäre Forschungs- und Entwicklungsvorhaben etablierter Unternehmen im Zusammenhang mit der Umsetzung und Nutzung von Digitalisierungslösungen unterstützt. Hierzu wird der bereits bestehende Innovationsgutschein Hightech in die Innovationsgutscheine "Hightech Start-Up" und "Hightech Digital" aufgeteilt werden. Vorhaben, bei denen die Inanspruchnahme externer Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen unterstützt wird, werden beispielsweise im Bereich digitale Transformation von Geschäftsmodellen, Anwendungsprojekte Industrie 4.0, Vernetzte Systeme und Prozesse, Internet der Dinge, Smart Services, hochflexible Automatisierung, Big-Data-Projekte, Simulationsmodelle, Anwendung von Virtual und Augmented Reality oder Embedded Systems liegen.

Es soll ein gemeinsamer Venture Capital-Fonds des Landes und der L-Bank eingerichtet werden. Um die Mittel der L-Bank und des Landes zu hebeln, sollen institutionelle Risikopartner aus der baden-württembergischen Finanzbranche sowie weitere private Kapitalgeber gewonnen werden. Ziel ist es, in einem ersten Aufschlag ein Fondsvolumen von 50 Mio. Euro zu erreichen. Zielgruppen des neuen VC-Fonds sind junge, technologiestarke Wachstumsunternehmen in den Bereichen IT, Industrie 4.0 und Digitalisierung.

Der Wissens- und Technologietransfer, der Technologieaustausch von etablierten Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen sowie die Bündelung und Verbreitung des bei ihnen verfügbaren Wissens ist ein zentrales Instrument, um die Innovationsfähigkeit der Unternehmen im Land weiter zu stärken und sie im digitalen Wandel zu unterstützen. Dadurch werden wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in wirtschaftliche Wertschöpfung übertragen, womit bisher ungenutzte Innovationspotenziale im baden-württembergischen Mittelstand erschlossen werden können.

Vor diesem Hintergrund werden wir einen themen- und branchenoffenen Ideenwettbewerb für innovative Transferprojekte starten, um auch den Besonderheiten einzelner Branchen und Unternehmen mit unterschiedlichen Digitalisierungsgraden gerecht zu werden. Fördern wollen wir innovative Transferprojekte im Themenfeld Digitalisierung der Wirtschaft sowohl für einzelne Branchen als auch im Bereich von Querschnittsthemen wie der IT-Sicherheit und der Digitalisierung der Arbeitswelt. Von den Ergebnissen sollen direkt die für Baden-Württemberg wichtigen mittelständischen Unternehmen insbesondere aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungswirtschaft profitieren, auch im internationalen Kontext.

In einem Ideenwettbewerb von Modellprojekten mit anschließender darauf aufbauender Projektentwicklung sollen Förderantragsteller darstellen, wie die Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung insbesondere bei der Ausgestaltung von Lehr- und Lernprozessen und einer besseren Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule sowie ggf. den Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten genutzt werden kann (z.B. gemeinsame Nutzung von Lernplattformen und Lernprogrammen wie E-Learning, Blended Learning, gemeinsame Datenablage und Dokumentation, z.B. elektronisches Berichtsheft). Dabei sollte ein konkreter Berufsbezug gegeben sein und ein Konzept für die nachhaltige Nutzung nach Projektende entwickelt werden. Schließlich soll durch die Projektidee ein sichtbarer Mehrwert insbesondere für die Betriebe generiert werden.

Das Wirtschaftsministerium wird ein Internet-Portal zum Thema Digitalisierung der Wirtschaft für Unternehmen des Landes – insb. für KMU – aufbauen. Das Internet-Portal soll als Service-Angebot für Unternehmen und Beschäftigte die Transparenz vorhandener Unterstützungsangebote für verschiedene Branchen und verschiedene Anliegen erhöhen. Das Portal soll den Unternehmen zielgerichtet Informationen, beispielsweise zu Ansprechpartnern und aktuellen Veranstaltungen, liefern und Best-Practice-Beispiele aufzeigen.

Baden-Württemberg International (bw-i) und die Kammern werden das Thema Digitalisierung kontinuierlich und arbeitsteilig im Rahmen gezielter Außenwirtschafts- und Standortmarketingmaßnahmen aufgreifen.

Eine politische Begleitung solcher Maßnahmen erfolgt grundsätzlich dann, wenn dadurch die Wahrnehmung auf den Auslandsmärkten erhöht und die Anbahnung qualifizierter und erfolgsversprechender Kontakte erleichtert wird ("Türöffnerfunktion").

Gute Beispiele für solche Maßnahmen mit Bezug zur Digitalisierung sind die für das Frühjahr 2018 geplante Präsentationsveranstaltung "Industrie 4.0 Dialog" in Japan und Korea mit den Branchenschwerpunkten Produktionstechnologien, Automatisierung sowie Informations- und Kommunikationstechnologie und die von der IHK-Organisation für 2018 vorgesehenen Markterkundungen in das Silicon Valley und nach Südschweden zum Thema digitale Transformation und innovative Geschäftsmodelle.

Im Rahmen des Zukunftsprojekts Arbeitswelt 4.0 werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt untersucht. Die Studie im Rahmen des „Zukunftsprojekts Arbeitswelt 4.0“ soll empirisch fundierte Trendbeschreibungen zu Arbeitswelt 4.0 und Industrie 4.0-Szenarien in Baden-Württemberg für unterschiedliche Branchen erarbeiten. Dabei werden der Umsetzungsstand und die Gestaltungsherausforderungen mit einer landesspezifischen Perspektive qualitativ und quantitativ erhoben und in verschiedenen Dialogformen zeitnah mit der (Fach-)Öffentlichkeit diskutiert. Insbesondere wird im Rahmen des Zukunftsprojekts jährlich eine Fachkonferenz zur Arbeitswelt 4.0 durchgeführt. Die Projektdurchführung erfolgt durch die Universität Hohenheim in Kooperation mit Fraunhofer IAO. Das Wirtschaftsministerium fördert das Projekt.