Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen digitalem Kapital und Produktivität: Eine Erhöhung des digitalen Kapitalstocks um 10 % steigert die Produktivität im Schnitt um 0,159 %. Bei bereits stark digitalisierten Unternehmen ist der Effekt deutlich größer (0,808 %). Zudem hilft ein höherer Digitalisierungsgrad dabei, zu den produktivsten Firmen der Branche aufzuschließen – besonders stark bei bereits digital fortgeschrittenen Unternehmen.
Allerdings ist digitales Kapital in Deutschland sehr ungleich verteilt: Während die digital stärksten 25 % der mittelständischen Unternehmen im Schnitt 156.600 Euro besitzen, haben die unteren 50 % weniger als 50 Euro. Gründe dafür sind unregelmäßige und geringe Investitionen, vor allem bei kleinen Unternehmen, sowie schnelle Abschreibungen, wodurch der Kapitalstock rasch wieder sinkt.
Der Digitalisierungsbericht von KfW Research zeigt, dass die Aktivitäten im deutschen Mittelstand zuletzt zurückgegangen sind: Nur noch 30 % der Unternehmen haben zwischen 2022 und 2024 Digitalisierungsprojekte abgeschlossen (–5 Prozentpunkte). Auch die Investitionen sanken deutlich auf 23,8 Milliarden Euro, was einen realen Rückgang von rund 8,6 Milliarden Euro bedeutet. Hauptgrund ist laut Studie die schwache wirtschaftliche Lage, die Investitionen bremst, nachdem der Digitalisierungsschub durch die Corona-Krise ausgelaufen ist.
Langfristig betrachtet bleibt der Trend jedoch positiv: Im Vergleich zu vor etwa zehn Jahren investieren mehr mittelständische Unternehmen in Digitalisierung, und auch die Ausgaben sowie der Anteil aktiver Unternehmen sind insgesamt gestiegen.