Wirtschaft digital Baden-Württemberg

Das Wirtschaftsministerium fördert Digitalisierungsvorhaben mittelständischer Unternehmen – fünf ausgewählte Projekte

Mit vier Millionen Euro aus Mitteln der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung digital@bw fördert das Wirtschaftsministerium neue Projekte des Technologie- und Wissenstransfers aus der wirtschaftsnahen Forschung, mit deren Hilfe mittelständische Unternehmen Digitalisierungsvorhaben voranbringen sollen.

Der Smart Caravan, Quelle: Smart Home und Living Baden-Württemberg e.V.

Der Smart Caravan, Quelle: Smart Home und Living Baden-Württemberg e.V.

Digitalisierungswissen branchenspezifisch stärken

Die ausgewählten Projekte befassen sich mit verschiedensten Aspekten der Digitalisierung der Wirtschaft und zielen auf unterschiedliche Branchen. Neben dem Transfer von Digitalisierungswissen für Handwerksbetriebe, Industrieunternehmen oder die Baubranche stehen auch die Entwicklung von Demonstratoren für die Digitalisierung von Laboren, Smart-Home-Lösungen, die Förderung der IT-Sicherheit oder die Gestaltung von Smart Services und digitalen Geschäftsmodellen im Fokus. Gefördert wurden auch fünf Projekte mit der Beteiligung von Cluster-Initiativen:

  • Cyber Access Baden-Württemberg - CAB
  • Digitales Innovationsnetzwerk Handwerk 2025
  • Place2tex - Digitalisierung des Innovationsmanagements der Textil- und Bekleidungsindustrie Baden-Württemberg
  • Smart Caravan - SmaC
  • BIM Open Source - Implementierung im Planerverbund

 

Cyber Access Baden-Württemberg - CAB

Die Verbundpartner VDC Fellbach, bwcon und microTEC Südwest erproben ab Oktober 2018 im Rahmen des Projekts "Cyber Access Baden-Württemberg (CAB)" ein neuartiges Transferkonzept im Bereich Digitalisierung. Dabei werden Technologien der Virtual, Mixed und Augmented Reality (VR, MR, AR) eingesetzt, um in virtuellen Umgebungen drei Aufgabentypen des Wissenstransfers und der Wissenssicherung weiterzuentwickeln und erfolgreich bei Unternehmen anzuwenden. Dies sind einerseits Lehr- und Lernaufgaben zur Schulung eines Nutzers mittels Wissenstransfer. Kooperative Aufgaben dienen außerdem dem gegenseitigen Austausch von Wissen, zeitgleich oder zeitversetzt, örtlich konzentriert oder verteilt.
Die Zielsetzung des Projekts CAB als "Transfertaxi" zur Digitalisierung liegt darin, mit Hilfe von VR/ AR/ MR- Technologien den Technologie- und Wissenstransfer zu beschleunigen und ressourcenschonend zu betreiben. Das Projekt soll wesentlich dazu beitragen, dass ausgehend vom Mitgliederkreis der Konsortialpartner, also über 800 Unternehmen in Baden-Württemberg, wesentliche Impulse aus dem Technologiebereich VR/ AR/ MR in die KMUs transferiert wird.

Digitales Innovationsnetzwerk Handwerk 2025

Um ein Verständnis über die Potenziale bereits schon am Markt verfügbarer, digitaler Lösungen zu schaffen, wird im Projekt "Digitales Innovationsnetzwerk Handwerk 2025" ein dreistufiges Transferkonzept geplant und in der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe umgesetzt. Ziel ist es, innovative Mittelständer und Startups mit digitalen Lösungen systematisch mit Handwerksunternehmen zusammenzubringen und mittels Innovationsmethoden einen Technologietransfer in das Handwerk prototypisch zu koordinieren.
Da sich Start-ups oder der digitale Mittelstand sowie das Handwerk meist in unterschiedlichen Communities in Baden-Württemberg aufhalten, findet ein Transfer von Wissen bis heute nur langsam statt. Durch die Verzahnung der Zielgruppen sollen systematisch Wertschöpfungsnetzwerke und neue Geschäftsmodelle entstehen. Die bwcon ist dabei für die inhaltliche Koordination von Sensibilisierungsworkshops und dem Aufbau eines digitalen Weiterbildungscenters zuständig.

Place2tex - Digitalisierung des Innovationsmanagements der Textil- und Bekleidungsindustrie Baden-Württemberg

Digitale Transformation, disruptive Geschäftsmodelle und Industrie 4.0 - keine Branche kann sich den Innovationstreibern des 21. Jahrhunderts entziehen. Mit dem Projekt Place2Tex - Digitalisierung des Innovationsmanagements der Textil- und Bekleidungsindustrie in Baden-Württemberg - soll diese Innovationsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die als dominierend in der Branche gelten, spürbar gesteigert werden. Nachhaltiges Innovationsmanagement passiert nicht per Zufall, sondern muss aktiv verfolgt werden. Praxisnahe Vermittlung von Innovationsmethoden, besserer Transfer von Wissensaustausch und Nachwuchsfachkräfte-Matching sollen dabei sowohl online über eine Internetplattform als auch offline über Expertenrunden und Arbeitsgruppen stattfinden.
Die Initiatoren von Place2tex sind der Verband Südwesttextil, die Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. (AFBW) und das Cluster TechTex Neckar-Alb.

Smart Caravan - SmaC

Neben technischen Lösungen wie Plug&Play-Konzepten, die eine einfache Kopplung erlauben, müssen auch Innovations- und lntegrationsplattformen für den Austausch und das Testen von Smart Home Konzepten erstellt werden. Nur durch eine Kooperation und Wissensaustausch zwischen Herstellern, Planern, Handwerkern und Dienstleistern in verschiedenen Branchen können für Endkunden attraktive Pakete mit Mehrwert vermittelt werden und die entstandene Hemmschwelle beim Einsatz von Smart Home Systemen gesenkt werden.
An diesen Punkten setzt das vom Wirtschaftsministerium geförderte Transferprojekt SmaC an, in dem es als mobiles Living Lab sowohl zu Demonstrationszwecken als auch als Kooperations- und lnnovationsplattform und damit als Kristallisationspunkt für die Entwicklung neuer Ideen bzw. Kombinationen von Produkten oder Dienstleistungen dienen kann. Das Projektkonsortium setzt sich zusammen aus der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., Technology Mountains e.V., dem Förderverein der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen und Smart Home und Living Baden-Württemberg e.V.

BIM Open Source - Implementierung im Planerverbund

Die zukünftige BIM-Normierung sieht eine "Gemeinsame Datenumgebung", auch Common Data Environment (CDE) genannt vor. Das bw-engineers System "Milliways.online" bietet genau diese Voraussetzung zum gemeinschaftlichen Arbeiten nach BIM - also einen eigenen Cloud-Server als gemeinsame Datenumgebung für effizientes Teamwork - dank der offenen Creative Commons Lizenz sogar als Open Source.
Ziel des Projekts ist es, Architektur- und Ingenieurbüros zur Umsetzung von BIM-Prozessen zu befähigen und die Zusammenarbeit im Planerverbund zu vereinfachen. Das Komplettpaket BIM Open Source CDE beinhaltet Benutzeroberfläche, sämtliche Werkzeuge für ein vollumfängliches CDE System, Dokumentation und ein Schulungspaket. Im Zeitraum November 2018 bis Dezember 2019 sind nacheinander 3 Schulungszyklen vorgesehen. Die Maßnahmen finden in Kooperation und mit Unterstützung der Architekten- und der Ingenieurkammer Baden-Württemberg statt mit Zuordnung von Fortbildungspunkten. Weiter eingebunden sind das BIM Cluster Baden-Württemberg und ena european network architecture e.V.

Quelle: ClusterAgentur Baden-Württemberg

Ansprechpartner


Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg
Enterprise Europe Network Baden-Württemberg

Schlossplatz 4
70173 Stuttgart

+49 (0) 711 123-2382
een@wm.bwl.de
Webseite