Wirtschaft digital Baden-Württemberg

Neue Kulturerlebnisse in vermischten Welten

- Ines Goldberg

Fünf Museen und Archive aus Baden-Württemberg gehen das Thema Mixed Reality an. Beim Konzeptionsworkshop der MFG-Initiative „Open Culture BW meets VR“ haben sie erste Prototypen entworfen. Mixed Reality – das ist Virtual Reality, Augmented Reality und mehr. Die „vermischte“ Realität deckt das ganze virtuelle Spektrum zwischen der „echten“ Welt, der erweiterten Wirklichkeit und der virtuellen Realität ab. Der Begriff bündelt alle Umgebungen und Systeme, die die natürliche Wahrnehmung der Nutzenden mit künstlich generierten Erfahrungen vermischen. Damit wird Mixed Reality relevant für alle, die virtuelle Technologien einsetzen wollen, um Usern und Besucher*innen neue Erfahrungen und Zugänge zu ermöglichen.

Der Prototyp der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zeigt die Idee eines mobilen Museumswagens mit VR-Ausstellungen, um trotz langer Umbauphase Teil der Stadt zu sein. | Bild: MFG / Weber

Wie aber schaffe ich eine Mixed Reality Experience, die zu meinem Material passt? Und wie bereite ich meine Daten so auf, dass sich damit meine Inhalte und Themen transportieren lassen? Diese Fragen stehen am Anfang der Projektphase der Initiative Open Culture BW meets VR der MFG Baden-Württemberg, die Kultureinrichtungen mit Studierenden zusammenbringt, um Kulturdaten mit neuen Erlebnisdimensionen anzureichern. Mit dabei sind das Landesarchiv Baden-Württemberg, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, das Zeppelinmuseum Friedrichshafen und die Museen der Stadt Tübingen und der Universität Tübingen.

Auftakt der Projektphase
Beim Konzeptionsworkshop am 30. Oktober 2019 kamen die fünf Einrichtungen zusammen, um sich mit dem Thema Mixed Reality (MR) auseinanderzusetzen und sich über die Datenaufbereitung für eigene MR-Projekte auszutauschen. Gemeinsam mit Studierenden und Expert*innen aus der Praxis entwarfen sie erste Prototypen für die virtuelle Vermittlung ihrer Daten.

„Es war wichtig, mit dem Konzeptionsworkshop die Möglichkeit zu schaffen, sich einen ganzen Tag lang – abseits der Arbeitsroutine – mit den neuen Mixed-Reality-Medien auseinanderzusetzen und Ideen zu entwickeln“, sagt Annekatrin Baumann, die das Projekt „Open Culture BW meets VR“ bei der MFG leitet. „Dass diese technische Inhaltsebene mit einem doch eher analogen und sehr offenen Austausch zwischen den Häusern einherging, hat den Tag ideal ergänzt und abgerundet.“

Im Dialog mit jungen Zielgruppen
Während die Studierenden eine junge Zielgruppe repräsentierten und den Einrichtungen als Feedbackgeber*innen zur Seite standen, führten die Coaches in verschiedene Arbeitsebenen ein. Seitens der MFG vermittelten Petra Newrly und Annekatrin Baumannrelevante nutzerzentrierte Innovationsmethoden, von TimeLeapVR waren Julian Hölgert als Business-Experte für Mixed-Reality-Technologien dabei sowie Carolin Wedler als Expertin für digitales Storytelling:

„Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie innerhalb weniger Stunden gemeinsam derart diverse Ideen und Konzepte entstehen – von einem Wandermuseum über virtuelles Armbrustschießen bis zu einer wandelnden Katzenmumie war alles dabei“, erzählt Carolin Wedler. „Besonders schön ist es, wenn das neu gewonnene Verständnis für die Technologie den Teilnehmenden das ganze Potenzial der Mixed Realities offenbart und sich die Ideen so schnell konkretisieren können wie im Konzeptionsworkshop der MFG.“

Je nachdem, wo die fünf Häuser bei sich noch Wissenslücken und Handlungsbedarf sehen, werden sie von der MFG in den nächsten Monaten mit thematischen Webinaren und Workshopsunterstützt. So können sie sich gezielt weiter vorbereiten, bevor es im Mai 2020 beim großen Kulturdaten-Hackathon ans Eingemachte geht.

Quelle: MFG

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