Wirtschaft digital Baden-Württemberg

Zukunftsforum: Eine OP digital planen und üben

- Fabian Riesterer

Wie können Unternehmen ihre vielen gesammelten Daten effizienter einsetzen und so einen Mehrwert für sich erzielen? Dieser Fragestellung gingen am Montag die Teilnehmer des Technologieforums an der DHBW nach.

Zum dritten Mal hat am Montagabend das Zukunftsforum Villingen-Schwenningen stattgefunden, eine Veranstaltung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Schwenningen, der Hochschule Furtwangen, der Industrie- und Handelskammer, des Marketing Clubs Schwarzwald-Baar und des Technologieverbunds Technology Mountains. Das Thema lautete "Digital Intelligence", die Zielgruppe: hiesige Unternehmen.

"Sehr viele Firmen verfügen durch Maßnahmen im Rahmen der Digitalisierung über sehr viele Daten. Heute geht es darum: Wie können die Firmen diese einsetzen?", erklärt Clive Flynn, Leiter des Studiengangs International Business an der DHBW. Ein Problem sei, das Unternehmen häufig intern mit mehreren, unterschiedlichen Software-Lösungen arbeiten und die Daten, beispielsweise von Maschinen, teils auf verschiedenen Datenbanken landen würden. "Es ist, als ob die Zutaten für eine Suppe alle da sind, man sie aber nicht schnell in einen gemeinsamen Topf werfen kann", vergleicht Flynn. Wie sie das optimieren können, sei vielen Firmen nicht klar. "Wir möchten den Unternehmen heute die Möglichkeit geben, mögliche offene Fragen in diesem Bereich beantwortet zu bekommen."

Das Thema Digitalisierung oder Industrie 4.0 sei nach wie vor in aller Munde. Einer der Bereiche, der damit zusammenhängt, sei eben jener der Datennutzung, erklärt der Studiengangsleiter, warum die Veranstalter das diesjährige Thema ausgewählt hätten. Dieses sollte den etwa 100 Teilnehmern zum einen durch Vorträge erläutert werden. "Wir haben vier Referenten, zwei sind aus der Beratung und Forschung, zwei aus der Industrie", so Flynn.

Zum anderen wurde das Forum am Montag erstmals mit einer Begleitausstellung verbunden. In dieser sollte den Gästen anhand von konkreten Beispielen organisatorischer, technologischer und methodischer Umsetzung effiziente Datenverarbeitung dargestellt werden – "um das Thema greifbar zu machen", so Flynn.

Eines dieser Beispiele erläutert Christoph Krüger am Stand des Unternehmens für Medizintechnik KLS Martin mit Sitz in Tuttlingen. "Wir haben einen Patienten mit einer Fehlbildung am Kiefer, die operativ korrigiert werden muss. Dazu ist zum einen eine Verschiebung der Knochen nötig, zum anderen muss dabei mit einem minimalinvasiven Implantat gearbeitet werden", beginnt Krüger.

Nun werde in einem ersten Schritt der Kopf des Patienten gescannt und diese Daten in eine Planungssoftware eingegeben. "Ein Chirurg kann dann mit dieser Software virtuell planen, welche Knochen bei der Operation wohin verschoben werden müssen." Zudem könne auf Basis der Daten ebenfalls das genau auf diesen Patienten zugeschnittene Implantat hergestellt werden – per 3-D-Druck.

"Der Chirurg kann dann über den Patientenplan, den er in der Software erstellt hat, vom Produktionsstart an alles mitverfolgen, wie bei der Sendeverfolgung eines Pakets", erklärt Krüger. Die Daten seien in der Software selbstverständlich sicher: "Die ist TÜV-geprüft", betont er.

Quelle: Schwarzwälder Bote