Wirtschaft digital Baden-Württemberg https://www.wirtschaft-digital-bw.de Wirtschaft digital Baden-Württemberg de-DE Wirtschaft digital Baden-Württemberg Sun, 20 May 2018 11:42:49 +0200 Sun, 20 May 2018 11:42:49 +0200 TYPO3 EXT:news news-144 Thu, 17 May 2018 13:41:58 +0200 Arbeitsmarktpolitische Reise in den Regierungsbezirk Stuttgart https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/arbeitsmarktpolitische-reise-in-den-regierungsbezirk-stuttgart/ Staatssekretärin Katrin Schütz besuchte am heutigen Donnerstag (17. Mai) für arbeitsmarktpolitische Termine den Regierungsbezirk Stuttgart. Ziel der Reisen ist es, sich mit Betroffenen über ihre konkreten Anliegen und Belange auszutauschen und sich ein Bild von der Umsetzung der Arbeitsmarkt-Programme des Ministeriums zu machen. „Es ist mir wichtig, mich bei Unternehmen und Institutionen darüber zu informieren, wie die Herausforderungen der Arbeitswelt in der Praxis wahrgenommen und angegangen werden. Denn nur dann kann man in der Politik die Weichen richtig stellen“, so Schütz. Ihr erster Termin führte die Staatssekretärin zur DEKRA SE nach Stuttgart. Bei einem Rundgang durch den Innovation Space informierte sich Schütz über den modernen Ansatz, um Innovationen und die digitale Transformation im gesamten Konzern voranzubringen. Außerdem stand der Innovationsansatz des Konzerns im Fokus, der das Potenzial und die Ideen der weltweit über 44.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern soll. Beim Austausch über kollaboratives Arbeiten ging es um die Frage, wie man sich vor dem Hintergrund der Digitalisierung und sich verändernder Arbeitsumfelder frühzeitig positionieren müsse. „Vor diesen Herausforderungen stehen heute alle Unternehmen. Wenn sich Arbeitsweisen und Arbeitsumfelder verändern, muss man das frühzeitig konstruktiv gestalten. Die damit verbundenen Chancen lassen sich nur dann nutzen, wenn man sich auf die Veränderungen einstellt. Und zwar in der Führungsetage ebenso wie in der Belegschaft“, so Katrin Schütz.

Außerdem besuchte die Staatssekretärin die BBQ Berufliche Bildung gGmbH, ein Unternehmen der Bildungswerk-Gruppe, in Ludwigsburg. Der Bildungsträger führt unter anderem das Berufspraktische Jahr Baden-Württemberg (BPJ-BW) durch. In dessen Rahmen werden junge Erwachsene bei der Vorbereitung auf eine Ausbildung oder eine sogenannte Einstiegsqualifizierung unterstützt. BPJ-BW setzt sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen. Diese reichen von der Berufsvorbereitung und einem möglichen Langzeitpraktikum, einer Einstiegsqualifizierung, der sozialpädagogischen Betreuung bis hin zu Hilfen beim Übergang in die Ausbildung. Das BPJ-BW wird vom Wirtschaftsministerium aus Landesmitteln und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie von der Bundes-agentur für Arbeit, den Jobcentern und den Optionskommunen gefördert. Im Gespräch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des BPJ-BW und der Spedition „Große Vehne“, die am BPJ-BW als Arbeitgeber beteiligt ist, wurde konkret, wie das berufspraktische Jahr wirkt. Diese Praxiseinblicke zeigten, wie die Vorbereitung auf eine Ausbildung erfolgreich gestaltet werden kann.

Staatssekretärin Schütz: „Ich bin stolz darauf, dass wir als Wirtschaftsministerium das BPJ-BW fördern und damit dazu beitragen, dass die über 30-jährige Erfolgsgeschichte dieses Angebots ein Dauerbrenner bleibt. Denn trotz der hervorragenden Lage auf dem Arbeitsmarkt und der in vielen Teilen des Landes nahezu erreichten Vollbeschäftigung, vergessen wir diejenigen nicht, die beim Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben besondere Unterstützung benötigen. Am Ende zahlt sich dieses Engagement aus.“

Bilder finden Sie im Nachgang der Reisehier

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news-141 Mon, 23 Apr 2018 15:15:47 +0200 Wirtschaftsministerin besucht Hannover Messe https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerin-besucht-hannover-messe/ „Die Unternehmen aus Baden-Württemberg stellen mit ihren Technologien für die Fabriken und die Mobilitäts- und Energiesysteme der Zukunft in überzeugender Weise ihre Innovationskraft und Leistungsfähigkeit unter Beweis“, betonte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut anlässlich ihres Besuchs auf der Hannover Messe. Insgesamt präsentieren sich auf der Hannover Messe 2018 bis zum 27. April, unter dem Leitthema „Integrated Industry – Connect & Collaborate“, mehr als 5.000 Aussteller aus 75 Ländern – darunter rund 470 Aussteller aus dem Südwesten. Damit ist Baden-Württemberg wieder eine der wichtigsten Ausstellerregionen. „Ich freue mich sehr, dass sowohl unsere Weltmarktführer als auch viele kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen, Netzwerke und Kammern auf der Messe vertreten sind. Die Vielfalt und Leistungsstärke unserer innovativen Betriebe in der Fläche sind es, die den Wirtschaftsstandort in unserem Land so nachhaltig prägen und für Wohlstand sorgen“, so die Ministerin.

Bei ihrem Messebesuch am 23. und 24. April nimmt Hoffmeister-Kraut am traditionellen Abendempfang der IHK Heilbronn-Franken teil und besucht sowohl große wie auch kleine und mittlere Unternehmen sowie mehrere Gemeinschaftsstände. Am Landesgemeinschaftsstand von Baden-Württemberg International zur „Industrial Supply“ begrüßt sie geladene Gäste bei einem Mittagsempfang.

Das Messemotto spiegelt sich auch im Besuchsprogramm der Ministerin wider: Die smarte Vernetzung verschiedener Industrien und Wirtschaftszweige in den Fabriken und Mobilitätssystemen getrieben durch Technologieinnovationen wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Leichtbau und Elektromobilität bildet einen Schwerpunkt des Messebesuchs. „Erst mit Plattformen und künstlicher Intelligenz werden aus Daten auch Geschäftsmodelle. Baden-Württemberg ist hier gut aufgestellt und geht wie kaum eine andere Region in Europa als Vorreiter für smarte Produkte und Fabriken voran. Für den High-Tech Standort Baden-Württemberg ist es sehr wichtig, dass die Innovationskraft und das enorme Know-how unserer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke auch international sichtbar wird“, betont Hoffmeister-Kraut.

Erstmals präsentiert im Ausstellungsbereich Research & Technology das Forschungszentrum Informatik aus Karlsruhe mit einem neuen Messestand Forschungsprojekte aus den Bereichen Robotik, Big Data Analytics und IT-Sicherheit in der Mobilität. Ein Exponat zum autonomen Fahren demonstriert auf interaktive Art das Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg, das im Mai 2018 seinen Betrieb aufnehmen wird. In direkter Nachbarschaft zeigen Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammen mit dem Landesgemeinschaftsstand von Baden-Württemberg International, warum Baden-Württemberg zu den Top-Wissenschaftsstandorten in Deutschland gehört.

Dies zeigt sich auch am Landesgemeinschaftsstand der Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg auf der „Digital Factory“. Insgesamt 17 Aussteller aus dem Land – etablierte Unternehmen, Start-Ups und Forschungsinstitute – präsentieren, wie mit neuen Technologien und Digitalisierungslösungen ein optimiertes Wertschöpfungsnetzwerk geschaffen werden kann und Industrie 4.0 auch in der Praxis zur Anwendung kommt.

Auf dem Baden-Württemberg Pavillon „Boosting future mobility“ als Teil der „MobiliTec“ demonstrieren die Aussteller gemeinsam mit den Landesagenturen e-Mobil BW und Baden-Württemberg International, dass der Südwesten als Automobilland Nummer 1 in Deutschland auch für die Zukunft bestens gerüstet ist. Unter dem Motto „Mobilität neu denken, neu produzieren, neu vernetzen“ wird auf über 600 Quadratmetern das Zusammenspiel der Technologiefelder Energie, Mobilität und Datenverarbeitung gezeigt. Vorgestellt werden neue Produkte, Entwicklungen und Pilot-Projekte zur emissionsfreien und vernetzten Mobilität von morgen. Zu den 26 Ausstellern aus dem Südwesten zählen Softwareschmieden, KMUs, Fahrzeughersteller, Forschungseinrichtungen, Energieversorger, aber auch Start-ups.

Auf der „Lightweight Solutions“ – der internationalen Leitmesse für Leichtbau organisieren die Landesagenturen Leichtbau BW und Baden-Württemberg International einen Landesgemeinschaftsstand mit weiteren starken Partnern. 16 Aussteller am Gemeinschaftsstand repräsentieren nahezu die gesamte Wertschöpfungskette im Leichtbau und richten den Fokus auf besonders wichtige Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Additive Manufacturing, hybride Werkstoffe oder neue Möglichkeiten in Design, Prozessen und Simulation. Highlight und Blickfang am Gemeinschaftsstand ist die Hightech-Leichtbau-Karosserie des neuen Porsche Panamera Sport Turismo. Aber auch ein Demonstrator unter dem Titel „live mass customization“ zeigt erstmalig eine komplett digitalisierte Entwicklungskette, durch die sich Entwicklungszeit und time-to-market drastisch verkürzen lassen. So kann in Echtzeit ein Bauteil individualisiert, optimiert und direkt an den 3D-Drucker gesendet werden.

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news-140 Mon, 23 Apr 2018 14:12:01 +0200 Personalisierte Produktion: 18,3 Millionen Euro für neue Forschungs- und Transferzentren in Stuttgart https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/personalisierte-produktion-183-millionen-euro-fuer-neue-forschungs-und-transferzentren-in-stuttgar/ Mit insgesamt 18,3 Millionen Euro fördert das Wirtschaftsministerium auf dem Stuttgarter Technologie- und Innovationscampus (S-TEC) den Aufbau von fünf Kompetenzzentren der Fraunhofer-Institute IPA und IAO, die sich Forschung und Technologietransfer rund um das Thema „Personalisierte Produktion“ widmen sollen. Dies gab Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am Montag (23. April) bekannt. Die Zentren sollen interdisziplinär zu Zukunftsthemen der Produktionstechnik für die digitalisierte Herstellung von personalisierten Produkten forschen und damit wichtige Impulse für die Wirtschaft im Südwesten setzen. Sie dienen zudem als Brücke für weitere gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit der Wirtschaft und der Universität Stuttgart. „Personalisierte Produkte werden durch die Digitalisierung weiteren Schub erhalten und damit für unsere Wirtschaft immer bedeutender. Die Fähigkeit zur Herstellung personalisierter Produkte wird ein zunehmend entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen“, sagte die Ministerin. Es sei jedoch insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen eine Herausforderung, sich die Kompetenzen anzueignen, wie personalisierte Produkte effizient und flexibel bereitgestellt und entsprechende Wertschöpfungsketten aufgebaut werden können.

Hoffmeister-Kraut: „Mit den fünf Kompetenzzentren, ihrer anwendungsbezogenen Forschung und dem von ihnen ausgehenden Technologie- und Wissenstransfer, stärken wir nachhaltig die Innovationskraft unserer produzierenden Wirtschaft im Land, gerade auch im Mittelstand.“

Gestärkt werde durch die zentrumsübergreifende Zusammenarbeit mit weiteren universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Stuttgart auch interdisziplinäre Forschungskooperationen in diesem für die Wirtschaft Baden-Württembergs zentralen Feld, so die Wirtschaftsministerin.

Anlage: Geförderte Forschungs- und Technologietransferzentren

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news-137 Fri, 13 Apr 2018 15:07:16 +0200 5,6 Millionen Euro zur Stärkung regionaler Innovationsaktivitäten https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/56-millionen-euro-zur-staerkung-regionaler-innovationsaktivitaeten/ Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Freitag (13. April) in Reutlingen ein neues Förderprogramm offiziell vorgestellt, das zur Stärkung des Innovationsgeschehens in den Regionen Baden-Württembergs beitragen soll. „ProRegioInno“ besteht aus Bausteinen mit sowohl finanzieller als auch ideeller Unterstützung und ist mit insgesamt 5,6 Millionen Euro unterlegt, davon 4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). „Baden-Württembergs aktuelle Innovationsstärke ist nicht ungefährdet. Globale Veränderungsprozesse erfordern auch auf regionaler Ebene neues Denken und neue Kooperationen, um das Innovationsgeschehen in der Fläche des Landes zu sichern“, sagte Hoffmeister-Kraut und warb darum, neue Wege regionaler Innovationspolitik zu initiieren.

Globalisierung und Digitalisierung wirken in allen Regionen
Neben beständigem, weltweitem Innovationsdruck, dem sich alle Wirtschafts- und Innovationsstandorte gleichermaßen stellen müssten, gebe es aktuelle globale Herausforderungen wie zum Beispiel zunehmende Rufe nach Protektionismus, die sich als Gefahr für einen exportorientierten Standort wie Baden-Württemberg erweisen könnten. Andere Herausforderungen wie die Digitalisierung könnten ganze Branchen, Geschäftsmodelle oder Kompetenzfelder von heute auf morgen auf den Kopf stellen. „Diese Herausforderungen treffen nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch die kleinen und mittleren“, betonte Hoffmeister-Kraut. Die Folgen dieser Umwälzungen seien tief bis in alle Regionen zu spüren. Dem müssten sich auch regionale Innovationsakteure wie Wirtschaftsförderer, Innovationsberater der Kammern, die Technologietransferzentren oder die Cluster-Initiativen stellen.

Regionale Innovationspotenziale aktivieren: ProRegioINNO
Das neue strukturpolitische Programm setzt sich aus vier Bestandteilen zur Stärkung der regionalen Innovationskraft zusammen:

  1.  Förderung des regionalen Innovationsmanagements
  2. Förderung regionaler Innovationsinfrastrukturen in Verdichtungsräumen
  3. Regionale Unternehmerforen
  4. Neue Beratungsangebote der ClusterAgentur Baden-Württemberg

Zur Vermeidung größenbedingter Nachteile für kleine und mittelständische Unternehmen fördere das Wirtschaftsministerium im Rahmen des neuen Programms daher gezielt Investitionen in regionale Innovationsinfrastrukturen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Im Fokus der Förderung stehen wirtschaftsnahe Technologie-, Kompetenz-, Innovations- und Gründerzentren oder vergleichbare Einrichtungen, die etwa sogenannte LivingLabs, Co-Working Spaces bzw. MakerSpaces beinhalten. Geschaffen werden sollen räumliche Voraussetzungen, um kleinen und mittelständischen Unternehmen, Start-ups und innovativen Dienstleistern die Erprobung und Nutzung von neuen und kooperativen Innovationsmethoden wie zum Beispiel Open-Innovation-Formaten zu ermöglichen, sagte Hoffmeister-Kraut.

Strategische Vernetzung vorhandener Innovationsangebote verbessern
Ziel des neuen Programms sei zudem, über noch bessere strategische Vernetzung der vorhandenen Innovationsangebote in den Regionen einen neuen Mehrwert an Innovationskraft für das Land insgesamt zu schaffen, so die Ministerin. Hoffmeister-Kraut: „Jede Region muss fokussierter denn je ihre Stärken und Schwächen, ihre Chancen und Risiken analysieren und ihre Ziele kennen, um ihre jeweilige Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen zu können.“

Das Programm „ProRegioInno“ sei damit eine gezielte Ergänzung der Angebote des Wirtschaftsministeriums, die direkt auf die Unternehmen zielten, wie zum Beispiel das „Popup Labor BW“. Mit „ProRegioInno“ wolle das Wirtschaftsministerium erreichen, dass die regionalen Innovationsakteure wie Wirtschaftsförderer, Innovationsberater der Kammern oder Technologietransferzentren zielgerichteter zusammenarbeiten, um regionale Innovationsprozesse zu beschleunigen und regionale Innovationssysteme weiterzuentwickeln. „Es geht darum, dass alle auf Innovationen ausgerichteten Akteure sich besser koordinieren, wenn möglich auch Doppelstrukturen abbauen und gemeinsam Potenziale der Region erkennen und definieren.“ Im Ergebnis werde auch dies zur Steigerung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen vor Ort beitragen.

Studie „Regionale Innovationssysteme“ zeigt Handlungsbedarf auf
Hintergrund des neuen Programms sind zum einen Analysen, dass insbesondere im Mittelstand die Innovationsdynamik nachlässt. Handlungsbedarf hat zudem die vom Wirtschaftsministerium beauftragte Studie „Regionale Innovationssysteme – Bestandsaufnahme und Schlussfolgerungen“ aufgezeigt. Die Studie identifiziere beispielsweise Defizite in der gezielten Zusammenarbeit und Vernetzung der regionalen Innovationsakteure und gebe Empfehlungen für Verbesserungen in diesem Bereich. Weiteren Handlungsbedarf sehe die Studie darin, Hilfsangebote der regionalen Innovationsakteure transparenter zu machen und arbeitsteiliger auf die Bedarfe der mittelständischen Wirtschaft abzustimmen. Auch müssten die Innovationsakteure in den Regionen miteinander künftige Innovationstrends oder Transformationsbedarfe noch besser erkennen und über eine zielgeführte Zusammenarbeit für die regionale Wirtschaft anwendbar machen. Hier stünden regionale Stärken und Schwächen noch zu selten im Fokus.

Alle Informationen zum Förderaufruf „Regionale Innovationsinfrastrukturen“ sind online abrufbar unter: www.efre-bw.de

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news-135 Tue, 10 Apr 2018 14:24:15 +0200 Digitale Geschäftsmodelle: 7,2 Millionen Euro für neues Transfer- und Entwicklungszentrum in Stuttgart https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/digitale-geschaeftsmodelle-72-millionen-euro-fuer-neues-transfer-und-entwicklungszentrum-in-stuttga/ Mit 7,2 Millionen Euro fördert das Wirtschaftsministerium den Aufbau eines neuen Transfer- und Entwicklungszentrums für digitale Geschäftsmodelle in Stuttgart. Das „Business Innovation Engineering Center (BIEC)“ ist ein Leuchtturmprojekt der Digitalisierungsstrategie des Landes („digital@bw“) und wird vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie dem Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart umgesetzt. Es soll digitale Geschäftsmodelle insbesondere im Mittelstand voranbringen. „Baden-Württemberg wird nur führender Innovations- und Wirtschaftsstandort bleiben, wenn auch unser Mittelstand in der digitalisierten Zukunft nicht den Anschluss verliert“, begründete Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Förderung am Dienstag (10. April).

Digitalisierung beeinflusst komplette Unternehmensabläufe
Die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft beeinflusse die Unternehmen im Land in der Gesamtheit ihrer Abläufe. Nicht nur die Entwicklung innovativer, digitaler Produkte und Dienstleistungen sowie die Etablierung neuer Geschäftsmodelle seien davon betroffen. Sondern auch die Gestaltung der Wertschöpfungskette, der Prozesse und der Interaktion zwischen Unternehmen, seinen Partnern und seinen Kunden würden dadurch berührt, so die Ministerin.

Hoffmeister-Kraut: „Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Herausforderung, wie diese Entwicklungen erfolgreich zu meistern sind, um auch langfristig mit dem Wettbewerb Schritt halten zu können.“

Mit dem „Business Innovation Engineering Center (BIEC)“ werde ein Transfer- und Entwicklungszentrum aufgebaut, das den Prozess der digitalen Transformation insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen initiiert, fördert und begleitet. Die Unternehmen würden dadurch in die Lage versetzt, neue digitale Geschäftsmodelle, digitale Produkte und Dienstleistungen sowie die dazu notwendigen Wertschöpfungssysteme zu entwickeln.

Unterstützung für Digitalisierung mittelständischer Unternehmen
Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Das Business Innovation Center wird insbesondere unsere kleinen und mittleren Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen. Unser Mittelstand wird damit die Chancen der Digitalisierung noch besser nutzen und seine Innovationskraft weiter festigen können.“

Im Mittelpunkt des Zentrums stehen zum einen „Digitale Geschäftsmodelle“ mit dem Ziel der Generierung innovativer Geschäftsmodelle einschließlich dazu notwendiger digitaler Produkte sowie Dienstleistungen. Schwerpunkt ist zum anderen die „Agile Transformation“ mit dem Ziel, flexible und lernende Organisations- und Führungssysteme für die Wirtschaft 4.0 zu entwickeln. Alle entwickelten Methoden und Werkzeuge werden in der „InnovationLab-Factory“ zusammengeführt und den Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zur Digitalisierungsstrategie:
Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung. Dazu hat sie eine Investitionsoffensive gestartet: Rund eine Milliarde Euro werden in dieser Legislaturperiode in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon fließt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz.

Weitere Informationen online unter: www.digital-bw.de

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news-132 Tue, 03 Apr 2018 16:06:21 +0200 4 Millionen Euro für Digitalisierungsvorhaben der mittelständischen Wirtschaft https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/4-millionen-euro-fuer-digitalisierungsvorhaben-der-mittelstaendischen-wirtschaft/ Mit 4 Millionen Euro aus Mitteln der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung (digital@bw) will das Wirtschaftsministerium neue Projekte des Technologie- und Wissenstransfers aus der wirtschaftsnahen Forschung fördern, mit deren Hilfe mittelständische Unternehmen Digitalisierungsvorhaben voranbringen sollen. „Mit den Projekten wollen wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, ihr Wissen über intelligente, digital vernetzte Systeme sowie digitale Arbeits- und Geschäftsprozesse oder Geschäftsmodelle zu stärken. Die Projekte machen Erkenntnisse der wirtschaftsnahen Forschung im Bereich Digitalisierung möglichst effizient sichtbar und nutzbar, damit die für Baden-Württemberg wichtigen mittelständischen Unternehmen insbesondere aus Industrie, Handwerk und Dienstleistungswirtschaft durch neue innovative Produkte und Verfahren von diesen Ergebnissen direkt profitieren können“, teilte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am Dienstag (3. April) mit.

Landesweiter Wettbewerb

Die Förderung ist das Ergebnis eines vom Wirtschaftsministerium durchgeführten Wettbewerbs zur Entwicklung und Erprobung innovativer Veranstaltungsformate für den Technologie- und Wissenstransfer. Diese sollten aufzeigen, wie neue Anwendungsbereiche erschlossen und neue Geschäftsmodelle skizziert werden könnten. Gefragt waren dabei auch internetbasierte Transferansätze oder auch innovative Verfahren zur Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Aus insgesamt 55 eingereichten Projektskizzen von Forschungs- und Transfereinrichtungen, Wirtschaftsorganisationen, Beruflichen Bildungseinrichtungen, Cluster-Initiativen und landesweiten Netzwerken aus Baden-Württemberg wurden 15 Projekte ausgewählt, die nun einen Förderantrag einreichen können.

Digitalisierungswissen branchenspezifisch stärken

Die ausgewählten Projekte befassen sich mit verschiedensten Aspekten der Digitalisierung der Wirtschaft und zielen auf unterschiedliche Branchen. Neben dem Transfer von Digitalisierungswissen für Handwerksbetriebe, Industrieunternehmen oder die Baubranche stehen auch die Entwicklung von Demonstratoren für die Digitalisierung von Laboren, Smart-Home-Lösungen, die Förderung der IT-Sicherheit oder die Gestaltung von Smart Services und digitalen Geschäftsmodellen im Fokus. Ebenfalls ausgewählt wurde ein Vorhaben zur Entwicklung und Erprobung einer betrieblichen Qualifizierungsmaßnahme, die kleine und mittlere Unternehmen dazu befähigen soll, ihre eigene Digitalisierungsstrategie umzusetzen.

Weitere Informationen:

Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung: Rund eine Milliarde Euro werden in dieser Legislaturperiode in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz.

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news-133 Wed, 28 Mar 2018 16:32:00 +0200 Wirtschafts- und Wissenschaftsministerinnen: Deutsch-französisches Zentrum für Künstliche Intelligenz in Baden-Württemberg ansiedeln https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschafts-und-wissenschaftsministerinnen-deutsch-franzoesisches-zentrum-fuer-kuenstliche-intelligen-1/ In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesforschungsministerin Anja Karliczek haben sich Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut dafür ausgesprochen, das auf Bundesebene im Koalitionsvertrag von CDU und SPD angekündigte neue deutsch-französische Zentrum für Künstliche Intelligenz in Baden-Württemberg anzusiedeln. Baden-Württemberg sei als Standort aus vielen Gründen geradezu prädestiniert. Mit gleichem Ziel hatte sich bereits Ministerpräsident Winfried Kretschmann an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. „Der Erforschung von Methoden der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens wie auch der Entwicklung von konkreten Anwendungsmöglichkeiten kommt eine überragende Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und gerade Baden-Württembergs zu“, so die Ministerinnen in ihrem Schreiben. Als Querschnittstechnologie könne Künstliche Intelligenz selbstständig komplexe Aufgaben lösen und übe bereits heute einen enormen Einfluss auf die weitere Entwicklung von Produkten, Produktionsmitteln und Dienstleistungen in einer Vielzahl von Branchen aus, betonten Bauer und Hoffmeister-Kraut. Beispiele hierfür seien das Autonome Fahren, die Digitalisierung und Flexibilisierung von industrieller Wertschöpfung (Industrie 4.0) oder die intelligente Datenauswertung in der Medizintechnik.

Starke Voraussetzungen in Wirtschaft und Wissenschaft
Für den Erfolg eines neuen Zentrums für Künstliche Intelligenz sei eine breite Unterstützung aus Wirtschaft und Wissenschaft essentiell. Hierfür biete Baden-Württemberg als Europas Innovationsregion Nummer eins beste Voraussetzungen mit den bereits existierenden exzellenten Zentren und Netzwerken von universitärer und außeruniversitärer Forschung sowie der Wirtschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Zudem spreche die geografische Nähe zu Frankreich für eine Ansiedlung in Baden-Württemberg, betonten die Ministerinnen.

Wissenschaftsministerin Bauer: „Baden-Württemberg ist durch seine Forschungslandschaft ein idealer Ankerplatz für das neue Zentrum. Mit unserem Cyber Valley, das das Wissenschaftsministerium gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft, den Universitäten Stuttgart und Tübingen und führenden Wirtschaftsunternehmen gegründet hat, haben wir die Weichen bereits gestellt. Mit Erfolg: Der Raum Tübingen/Stuttgart ist der nachweislich stärkste Forschungsstandort in Sachen Künstliche Intelligenz bundesweit. Diese Spitzenstellung werden wir weiter ausbauen und international noch sichtbarer machen. Schon heute ziehen die Region Tübingen/Stuttgart, aber auch das KIT und die Universität Freiburg hoch qualifizierte Nachwuchskräfte aus aller Welt an – und junge Talente sind essentiell, um die digitale Revolution in Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten.“

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut: „Baden-Württemberg ist mit seinen überwiegend durch die Wirtschaft getätigten Investitionen in Forschung und Entwicklung Deutschlands stärkster Industriestandort geworden. Die Wirtschaft muss Methoden der Künstlichen Intelligenz umfassend, aber auch sicher für Dritte in ihre Dienstleistungen, Produkte und Prozesse einbeziehen, wenn sie mittelfristig erfolgreich bleiben will. Baden-Württemberg bietet hierfür mit seiner großen Anzahl von hochinnovativen Unternehmen ein bundesweit einzigartiges Potenzial von Anwendern, um die Arbeit des neuen deutsch-französischen Zentrums zum Erfolg zu führen. Insbesondere der ‚Digital Hub Karlsruhe – Artificial Intelligence‘ mit rund 4.400 Digitalunternehmen als Partner kann hier gemeinsam mit dem neuen Zentrum Forschung, Anwendung und Gründungen voranbringen.“

Baden-Württemberg habe „hohes Interesse, sich aktiv in den Prozess der Gründung eines deutsch-französischen Instituts für Künstliche Intelligenz einzubringen und hierbei auch Verantwortung zu übernehmen“, betonten die Ministerinnen.

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news-134 Wed, 28 Mar 2018 14:38:00 +0200 Transformationsrat Automobilwirtschaft Baden-Württemberg – Ministerium setzt erste Empfehlungen des Gremiums mit 4 Millionen Euro um https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/transformationsrat-automobilwirtschaft-baden-wuerttemberg-ministerium-setzt-erste-empfehlungen-des/ „Wir stehen in diesem Transformationsprozess, der unsere Automobilwirtschaft tiefgreifend verändert, eng an der Seite unserer Industrie, unseres Mittelstands und der Arbeitnehmerinnen und -nehmer im Land. Unser Ziel ist es deshalb, gerade unseren Mittelstand und seine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dabei zu unterstützen, sich in diesem Prozess zu orientieren und für die Zukunft strategisch neu auszurichten und weiterzuentwickeln“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut nach der zweiten Sitzung des Lenkungskreises „Transformationsrat Automobilwirtschaft“. Für die dabei zentralen Wirtschaftsbereiche „Forschung und Entwicklung, Produktion und Zulieferer“ sowie „Vertrieb und Aftersales“ wurden unter der Leitung der Co-Vorsitzenden, Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth und Porsche-Vertriebsvorstand Detlev von Platen, bereits konkrete Empfehlungen erarbeitet, die das Wirtschaftsministerium jetzt umsetzt und dafür 4 Millionen Euro investiert.

Wilfried Porth, Vorstand für Personal und Arbeitsdirektor & Mercedes-Benz Vans der Daimler AG: „Der Wandel zur Elektromobilität ist eine Chance für unsere Wirtschaftsregion. Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybrid-Antriebe und Elektrofahrzeuge werden über viele Jahre nebeneinander existieren. Neue Technologien eröffnen zahlreiche Möglichkeiten für neue Jobs in zusätzlichen Geschäftsfeldern oder mit neuen Geschäftsmodellen. Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, bedeutet das in den nächsten Jahren für die baden-württembergische Automobilindustrie hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung, Produktionstechnik und vor allem in die Qualifizierung der Mitarbeiter und die Stärkung ihrer digitalen Kompetenzen. Eine Aufgabe und Verantwortung, die Politik und Wirtschaft nur gemeinsam stemmen können - deshalb setzen wir auf den bewährt offenen Dialog und die konstruktive Zusammenarbeit.“

„Der Transformationsrat Automobilwirtschaft Baden-Württemberg ist ein wichtiger und richtiger Schritt für die Zukunft. Im gemeinsamen Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft haben wir uns das Ziel gesetzt, auf die sich stetig verändernden Kundenbedürfnisse angemessen zu reagieren, Dienstleistungen anzupassen und Servicekonzepte neu zu denken“, sagte Detlev von Platen, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG. „Die Automobilindustrie wird sich in den nächsten Jahren schneller verändern als jemals zuvor, das sehen wir gleichzeitig als große Chance, die Zukunft mitzugestalten. Allerdings wird unsere Industrie derzeit mit Herausforderungen konfrontiert, die durch unklare rechtliche Rahmenbedingungen nur mühsam bewältigt werden können. Das Zielbild ist jedoch klar definiert: Neue Mobilitätskonzepte müssen sich in allen Aspekten nahtlos in die Lebenswelt der Menschen und unsere Dienstleistungen integrieren lassen. Der Kunde muss dabei immer im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen. Nur wenn wir ein im Alltag für den Kunden funktionierendes Ökosystem anbieten und die Politik die richtigen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellt, können wir langfristig erfolgreich sein.“

Erarbeitung eines „Technologie-Kalenders“ für den Mittelstand
Drei Empfehlungen aus den Arbeitsgruppen des Transformationsrats greift das Wirtschaftsministerium in einem ersten Schritt bereits auf: Dazu zählt ein Technologie-Kalender („Roadmap“) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Dieser soll eine aktuelle und transparente Einschätzung des zeitlichen Verlaufs und des Umfangs des durch Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung bedingten technologischen Wandels liefern. Das Wirtschaftsministerium investiert hierfür 600.000 Euro. Hoffmeister-Kraut: „Der Transformationsprozess in der Automobilwirtschaft zeichnet sich derzeit noch durch große Unsicherheiten hinsichtlich seines Verlaufs und Umfangs ab. Diese Unwägbarkeiten in ihrer Gesamtheit zu überblicken, zu gewichten und Rückschlüsse auf die eigenen Produkte, die Produktion und notwendige Qualifizierungsmaßnahmen zu ziehen, ist gerade für kleinere Unternehmen oft nur schwer möglich. Mit dem Technologie-Kalender wollen wir Entscheidungsträgern im Mittelstand genau diese Informationen und Orientierungen geben, um ihnen damit strategische Entscheidungen zu erleichtern.“

Aufbau einer Lernwerkstatt 4.0 für Kfz-Werkstätten
Das zweite Projekt umfasst den Aufbau einer Pilot-Lernwerkstatt (Lernwerkstatt 4.0) sowie die Ableitung bzw. Entwicklung von zukünftigen Qualifikationsmaßnahmen im Bereich Kfz-Werkstätten und Kfz-Handel. Die Lernwerkstatt 4.0 orientiert sich an den bereits erfolgreich arbeitenden Lernfabriken 4.0, die vom Wirtschaftsministerium landesweit gefördert werden, und die die Aus- und Weiterbildung im digitalen Bereich von Industrie und Handwerk unterstützen. Die Lernwerkstatt 4.0 schafft – ausgerichtet auf aktuelle Herausforderungen wie Smart Data oder Konnektivität im Fahrzeug und zwischen Fahrzeugen – einen Raum, in dem Entscheidungsträger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kfz-Werkstätten über die zukünftigen Technologien, Geschäftsmodelle und Services informiert werden und diese in einem realen Werkstattumfeld live erleben können. „Damit unterstützen wir Werkstätten bei der zielgerichteten Qualifizierung etwa im Bereich Digitalisierung, Elektronik oder Software“, so die Ministerin. 700.000 Euro stehen zur Umsetzung zur Verfügung.

Unterstützung für Fabrikausrüster
Ziel des dritten Projektes („Förderung von vorwettbewerblicher Forschungs- und Entwicklungsarbeit für den Mittelstand – Transformation der Fabrikausrüster“) ist der Aufbau eines Demonstrationsprojektes („Transformations-Hub“) Elektromobilität für das Land Baden-Württemberg als Anlaufstelle insbesondere für KMU zur Unterstützung der strategischen Neuausrichtung hinsichtlich der neuen elektromobilen Produktvielfalt. Im Rahmen dieses Vorhabens wird ein Leitfaden „Fit4E“ entwickelt, der es den Unternehmen ermöglicht, bereits vorhandene eigene Stärken mit den neuartigen Prozessketten abzugleichen und so den Einstieg in diese zu vereinfachen. Die Hemmschwelle, den Umstieg auf für die Elektromobilität notwendige Produkte zu wagen, soll damit entscheidend verringert werden. Gleichzeitig werden die Ausrüster für die notwendigen Vorlaufzeiten sensibilisiert. Zudem werden in diesem Rahmen zwei Leuchtturmprojekte zur Elektromotorenfertigung und Batterieproduktion umgesetzt. Das Wirtschaftsministerium investiert hierfür 2,6 Millionen Euro.

Zwei Batterie-Leuchtturm-Projekte
„Die Batterie ist eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Die Batterie ist nicht nur aus technologischer Sicht entscheidend, sondern auch volkswirtschaftlich. Gerade als Automobilland müssen wir diese riesigen Chancen ergreifen. Für die zukünftige automobile Wertschöpfungskette in Deutschland und Europa ist es aus unserer Sicht mittelfristig systemrelevant, dass hier Batteriezellen produziert werden.“ Deshalb wolle das Wirtschaftsministerium außerdem zwei Vorhaben im Bereich der Batterie voranbringen. „Wir wollen gemeinsam mit dem Bund eine Digitalisierte Batteriezellen-Produktion 4.0 im Land realisieren und ein Europäisches Prüf- und Kompetenzzentrum für Batterien und Energiespeicher nach Baden-Württemberg holen“, erklärte Hoffmeister-Kraut. Das Land werde dafür 20 Millionen Euro investieren. „Ich danke allen Mitgliedern des Transformationsrats, im Lenkungskreis wie in den Arbeitsgruppen, für ihr Engagement. Vor allem den beiden Themenfeldverantwortlichen möchte ich für die intensive Arbeit der letzten Monate danken“, betonte die Ministerin abschließend.

Hintergrundinformationen:
Der Strategiedialog Automobilwirtschaft der Landesregierung erfolgt auf Arbeitsebene in sechs strategischen Themenfeldern. In Themenfeld 1 fallen Forschung und Entwicklung, Produktion und Zulieferer. Themenfeld 2 umfasst den Vertrieb und Aftersales. Die Themenfelder 1 und 2 werden in Verantwortung des „Transformationsrates Automobilwirtschaft Baden-Württemberg“ unter der Leitung von Wirtschafts- und Arbeitsministerin Hoffmeister-Kraut bearbeitet.

Innerhalb dieser zwei Themenfelder wurden die vier Arbeitsgruppen „Technologie, Innovation und Wertschöpfung“, „Fachkräfte und Qualifizierung“, „Handel und Werkstätten“ sowie „Neue Mobilität: Geschäftsmodelle und Wertschöpfung“ eingerichtet.

Zur operativen Unterstützung und zur Begleitung der Arbeit des Transformationsrats wurde ein Begleitforschungsprojekt beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO initiiert, das Dateninput, Szenarien usw. als Diskussionsgrundlage liefert sowie gemeinsam mit allen Beteiligten Handlungsempfehlungen und Maßnahmenvorschläge für die beiden Themenfelder erarbeitet.

Informationen finden Sie hier.

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news-129 Mon, 19 Mar 2018 10:52:00 +0100 Open Innovation-Kongress Baden-Württemberg 2018 https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/open-innovation-kongress-baden-wuerttemberg-2018/ Unter dem Motto „Mein. Dein. Unser Innovationserfolg“ hat das Wirtschaftsministerium am Montag (19. März) den Open Innovation-Kongress Baden-Württemberg 2018 veranstaltet. Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut rief insbesondere die mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg dazu auf, vermehrt auch auf neue Wege zur Dynamisierung des Innovationsgeschehens im Land zu setzen. „Unser klarer Anspruch ist es, Baden-Württemberg auch in Zukunft als führenden Innovations- und Wirtschaftsstandort zu positionieren. Wir wollen weiter auf der Gewinnerseite stehen. Die Welt wartet aber nicht auf uns. Wir liegen mit unserer Innovationsfähigkeit zwar vorn, aber andere holen stetig auf. Wir müssen vor allem die Innovationskraft unseres starken Mittelstands weiter verbessern, um unsren Anspruch einzulösen“, betonte Hoffmeister-Kraut.

Der durch die Digitalisierung angestoßene Transformationsprozess stelle auch die Frage, ob bisherige Wege des Innovationsgeschehens weitergegangen werden könnten oder nach neuen Wegen gesucht werden müsse, so Hoffmeister-Kraut. „Open Innovation“ biete hier Antworten und Vorteile in mehrerlei Hinsicht. Zum einen sei Open Innovation geeignet, die Produktivität der eingesetzten Mittel für Forschung und Entwicklung zu erhöhen bzw. Innovationskosten zu senken. Zum anderen könnten die Zeiten von der Entwicklung zur Markteinführung verkürzt werden, wenn zu intern in Unternehmen vorhandenem Wissen auch externes Wissen hinzugezogen werde: „Wissensströme können im Zusammenwirken einen Innovationsschub auslösen“, betonte die Ministerin. Das Hinzuziehen des Wissens von externen Partnern oder Kunden könne – so ein dritter Vorteil – auch den Innovationsgrad insgesamt erhöhen: „Wo zwei innovative Ideen sich treffen, ist der Sprung zur dritten innovativen Idee nicht weit“, sagte Hoffmeister-Kraut. Dies biete die Chance, nicht nur bestehende Produkte weiterzuentwickeln, sondern auch mit grundlegenden Neuerungen und Geschäftsmodelle neue Märkte zu erschließen.

Unter dem Stichwort „Open Innovation“ nutzten gerade große Unternehmen hierfür bereits zunehmend das Wissen von Kunden, Lieferanten, Forschungseinrichtungen und der gesamten globalen Community, um Innovationsschübe zu generieren. Solche Methoden könne auch der Mittelstand übernehmen, zumal die Potentiale von „Open Innovation“ durch die Digitalisierung noch erweitert und effizienter gestaltet werden könnten. Die Offenheit des Konzepts sei dabei ein Garant für Dynamik sowie ständige Erweiterung und Vernetzung. Dem „Innovationsreport 2017“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge wollten 23 Prozent der befragten Unternehmen „Open Innovation“ stärker als bisher als Mittel einsetzen, um die eigene Innovationsfähigkeit zu steigern.

Auch das vom Wirtschaftsministerium geförderte Projekt „Open Innovation“ der Steinbeis 2i GmbH hat gezeigt, dass kleine und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg durchaus Kooperationen nutzen, um Innovationsprozesse zu beschleunigen oder externes Wissen in das eigene Unternehmen zu holen. Allerdings gibt es noch immer Ängste – zum Beispiel über unberechtigte Verwendung geistigen Eigentums oder unfaire Aufteilung von Kosten und Gewinn. Der Kongress möchte den Unsicherheiten begegnen und bietet mit dem Panel „Wem gehört was in Open Innovation – allen Alles?“ oder Workshops zu den Themen „Mein. Dein. Wessen Eigentum?“ und „IT-Sicherheit bei OI-Projekten – Hacking Experience als Chance“ Lösungsstrategien. Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis vermitteln Grundlagen, Strategien, Methoden, gute Praktiken und Erfolgsgeschichten zu agilen Methoden, Speed Innovation, Open Social Innovation sowie zur Rolle neuer Instrumente, wie Makerspaces, Gamification oder Popup Labore. Das Publikum wird während der Veranstaltung u. a. durch Live-Erlebnisse von Open-Innovation interaktiv beteiligt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung beim Steinbeis-Europa-Zentrum

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news-128 Thu, 15 Mar 2018 16:03:00 +0100 Wirtschaftsministerin besucht Landkreis Calw – Stationen in Calw, Bad Teinach-Zavelstein, Altensteig und Nagold https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerin-besucht-landkreis-calw-stationen-in-calw-bad-teinach-zavelstein-altensteig/ Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat ihre regelmäßigen Kreisbereisungen im Land am Donnerstag (15. März) mit einem Besuch im Landkreis Calw fortgesetzt. Stationen der Ministerin waren dabei Calw, Bad Teinach-Zavelstein, Altensteig und Nagold. „Die Menschen und die Unternehmen im Land tragen täglich engagiert dazu bei, dass Baden-Württemberg führender Innovations- und Wirtschaftsstandort Europas ist. Unser klarer Anspruch ist es, dass das auch in Zukunft so bleibt. Wir wollen weiter auf der Gewinnerseite stehen“, sagte Hoffmeister-Kraut. Sie wolle im direkten Kontakt diskutieren, welche Herausforderungen gemeistert und welche Chancen genutzt werden müssten. „Es besteht durchaus Handlungsbedarf, wenn wir vorne bleiben wollen. Das geht auch nur, wenn unsere Mittelständler nicht den Anschluss verlieren“, betonte die Ministerin.

Wie engagiert die Mittelständler im Landkreis die Digitalisierung, aktuelle Herausforderungen des Welthandels oder auch den Transformationsprozess in der Automobilindustrie angehen, davon machte sich die Ministerin bei der Perrot GmbH & Co. KG Turmuhren und Läuteanlagen in Calw sowie bei der Wagon Automotive Nagold GmbH ein Bild. Um aktuelle wirtschaftspolitische Herausforderungen ging es auch bei der Mineralbrunnen Teinach GmbH in Zavelstein, um die speziellen Anforderungen im Einzelhandel beim Modehaus Uwe Seeger in Altensteig.

Hoffmeister-Kraut betonte, ihr Ministerium sei für zentrale Zukunftsthemen verantwortlich, die in den kommenden Jahren für den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit, aber auch für den sozialen Frieden Baden-Württembergs entscheidend seien: Als Herausforderung bezeichnete sie beispielsweise die Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Innovationskraft; als Chance die zunehmende Digitalisierung, deren gesamtgesellschaftlichen Mehrwert man nicht oft genug betonen könne. Für Baden-Württemberg sei es „von zentraler Bedeutung, die Digitalisierung zu nutzen, um unsere Spitzenstellung weiter auszubauen und langfristig zu sichern“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Hoffmeister-Kraut betonte jedoch auch, dass die Versorgung mit ausreichend preislich angemessenem Wohnraum mehr und mehr zu einer Standortfrage werde. Gleiches gelte auch für den Städtebau: „Die Städtebauförderung des Landes ist nicht nur städtebaulich, sondern auch sozial- und kommunalpolitisch von großer Bedeutung“, so die Ministerin, die sich im Rathaus Altensteig über die dortige Städtebauförderung informierte.

Zu den wertvollen Eindrücken, die sie bei ihren Kreisbereisungen sammle, sagte Hoffmeister-Kraut, die Politik könne am besten durch eigene Anschauung und das Zuhören vor Ort die Informationen erhalten, die zum Setzen richtiger Rahmenbedingungen notwendig seien. „Meine Kreisbereisungen bieten dafür vielfältige und gute Möglichkeiten“, betonte die Ministerin.

Bilder der Reise finden Sie hier.

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news-123 Fri, 23 Feb 2018 12:10:00 +0100 Wirtschaftsministerin reist mit Delegation nach Japan https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerin-reist-mit-delegation-nach-japan/ Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut reist von Sonntag (25. Februar) bis Freitag (2. März) an der Spitze einer über 60-köpfigen Wirtschaftsdelegation nach Japan, um Gespräche zur Zukunft von Mobilität sowie von Maschinen- und Automobilproduktion unter dem Einfluss von Digitalisierung und Industrie 4.0 zu führen. „Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, ein High-Tech-Land erster Güte, hoch industrialisiert, offen für neue Trends und unser zweitwichtigster Handelspartner in Asien. Als Partner auf Augenhöhe können Japan und Baden-Württemberg stark voneinander profitieren“, sagte die Ministerin vor ihrer Abreise in Stuttgart. Begleitet wird die Ministerin u. a. vom Honorarkonsul Japans in Baden-Württemberg, Dr. Matthias Kammüller, dem Technologiebeauftragten des Landes, Prof. Dr. Wilhelm Bauer, sowie von Vertretern namhafter Unternehmen und Institute, von Verbänden und Gewerkschaften sowie des Landtags. Da in Japan der persönliche Kontakt sehr geschätzt werde und eminent wichtig sei, könne sie bei japanischen Unternehmen und der japanischen Politik Türöffner für die heimische Wirtschaft und Interessen Baden-Württembergs sein, betonte Hoffmeister-Kraut.

Die strategischen Schwerpunktthemen der Delegationsreise werden durch politische Gespräche und Unternehmensbesuche in Tokyo, Nagoya und Yokohama beleuchtet. Neben einem Treffen mit dem Gouverneur von Baden-Württembergs japanischer Partnerprovinz Kanagawa sowie politischen Gesprächen im Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) und Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism (MLIT) finden im Bereich Mobilität Unternehmensbesuche bei Automobilkonzernen wie Toyota und Nissan statt sowie im Bereich Maschinenbau Unternehmensbesuche bei Mitsubishi Electric, Hitachi und DMG Mori.

„Angesichts der Digitalisierung in den Bereichen Automobil und Maschinenbau ist Japan durch ähnliche Transformationsprozesse wie Baden-Württemberg betroffen. Japan ist daher eine Benchmark und das richtige Land für gegenseitiges Lernen“, so die Ministerin. „Japan schaut in diesen Bereichen nach Deutschland und Baden-Württemberg, denn wir sind mit unseren Aktivitäten gut aufgestellt.“

Aufgrund der Ähnlichkeiten der japanischen und deutschen Wirtschaftssysteme im Fahrzeug- und Maschinenbau sei Japan zudem ein wichtiges Reiseziel, um die Möglichkeit von Kooperationen auszuloten, betonte Hoffmeister-Kraut. Japan ist nach wie vor Weltmarktführer im Robotik-Bereich und hält rund 50 Prozent der weltweiten Marktanteile für Industrieroboter. In der Batterieproduktion könnten hiesige Unternehmen von japanischen Unterstützung finden.

Umgekehrt sei Deutschland für Japan Vorreiter im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0. Japan sei wiederum einen Schritt weiter, die Digitalisierung in breiterem Kontext zu denken, hierfür stehe der Ausdruck „Society 5.0“: „Die Digitalisierung gesamtgesellschaftlich zu denken – wie der japanische Ausdruck es vermittelt – ist auch für uns notwendig, denn wir müssen uns mit den Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Kombination mit der Digitalisierung von vielen Prozessen und Dienstleistungen beschäftigen“, unterstrich die Wirtschaftsministerin.

Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg und Industrial Value Chain Initiative unterzeichnen Kooperationsabkommen

Beim Schwerpunktthema Industrie 4.0/Digitalisierung wird die Reise gekrönt durch den Abschluss eines Kooperationsabkommens zwischen der Allianz 4.0 Baden-Württemberg und dem japanischen Industrienetzwerk Industrial Value Chain Initiative (IVI). Zusammen vereinen beide Netzwerke rund 180 aktive Industrieunternehmen, die sich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen. Der Allianz Industrie 4.0 – deren primäres Ziel es ist, die Digitalisierung in die Breite des industriellen Mittelstands in Baden-Württemberg zu tragen – ist es gemeinsam mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) in den vergangenen Jahren gelungen, einen vertrauensvollen Kontakt zur Industrial Value Chain Initiative aufzubauen. Die japanischen Firmen sehen baden-württembergische Maschinenbauer in Fragen der Digitalisierung als Partner auf Augenhöhe und haben großes Interesse an einer konkreten Zusammenarbeit. Im Rahmen eines Workshops zwischen Unternehmensvertretern aus Japan und Baden-Württemberg werden thematische Schwerpunkte erarbeitet sowie erste Projekte angestoßen. Ziel ist der vertiefte Erfahrungsaustausch im Bereich von Industrie 4.0 sowie die Anbahnung bilateraler Kooperationsprojekte. Die Angebote richten sich in erster Linie an mittelständische Industrieunternehmen.

Auch die unterschiedlichen Herangehensweisen japanischer und deutscher Hersteller auf dem Themenfeld künftiger Mobilität stehen im Fokus der Reise. Während sich Baden-Württemberg auf Änderungen durch die Digitalisierung, in der Elektromobilität und neuen Mobilitätsgeschäftsmodellen einrichtet, sind in Japan derzeit Antriebsarten mit Hybrid- und Brennstoffzellentechnologien breiter von Interesse. Ziel der Reise ist es daher die aktuellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen in Japan kennenzulernen: Wie stellt Japan sich im globalen Wettbewerb auf, welche Strategien haben die großen Hersteller und Zulieferer?

Im Rahmen der Delegationsreise findet zudem initiiert von Baden-Württemberg International ein Symposium „Baden-Württemberg – Innovation Region No. 1“ statt, das die Kompetenz des Standortes Baden-Württemberg im Bereich Industrie 4.0 und Mobilität präsentiert. Die Veranstaltung stieß mit rund 200 Anmeldungen bereits im Vorfeld der Reise auf große Resonanz. Im Zuge des in Aussicht stehenden Freihandelsabkommens zwischen Japan und der EU ab 2019 rechne sie mit weiterer Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen auch zwischen Baden-Württemberg und Japan, so Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.

Bilder der Reise finden Sie in unserer Mediathek.

Wirtschaftsbeziehungen Japan – Baden-Württemberg

In Asien ist Japan nach China zweitwichtigster Handelspartner Baden-Württembergs. 2016 wurden aus Baden-Württemberg Waren für knapp über vier Milliarden Euro nach Japan exportiert, nahezu ein Viertel (22 Prozent) aller deutschen Exporte nach Japan. Bei den Ausfuhren liegt Japan damit auf Platz 14 der wichtigsten Exportländer Baden-Württembergs. Im Zeitraum von Januar bis September 2017 nahmen die Exporte nach Japan deutlich um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Die mit Abstand meisten Exporte nach Japan finden traditionell aufgrund der starken Kernbranchen Baden-Württembergs im Bereich Kraftwagen und Kraftwagenteile (rund 1,7 Milliarden Euro) statt, gefolgt von Maschinen (rund 680 Millionen Euro) und pharmazeutischen Erzeugnissen (rund 673 Millionen Euro).

Auch bei den Einfuhren ist Japan nach China ebenfalls zweitwichtigster Handelspartner in Asien und liegt auf Platz 16 der Importländer. Importiert aus Japan wurden nach Baden-Württemberg im Jahr 2016 Güter im Wert von ca. 3,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahmen die Importe von Januar bis September 2017 um 1,8 Prozent zu. Wichtigste Importgüter aus Japan sind traditionell Maschinen (rund 1,4 Milliarden Euro), gefolgt von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen und optischen Erzeugnissen (zusammen rund 436 Millionen Euro).

Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan

Die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU (JEFTA) fanden im Dezember 2017 den Abschluss. Ein unterschriftsreifer Vertragstext soll dem Europäischen Parlament und dem EU-Ministerrat im Sommer 2018 zur Ratifizierung vorliegen. Mit dem Inkrafttreten wird 2019 gerechnet. Das Abkommen wäre eines der wichtigsten Handelsabkommen, das die EU jemals geschlossen hat; mit ihm würde die größte Freihandelszone der Welt geschaffen. Insgesamt umfassten die EU und Japan Ende 2016 mehr als 630 Millionen Einwohner und machten einen Anteil von 28,4 Prozent am globalen Bruttosozialprodukt aus.

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news-122 Fri, 23 Feb 2018 12:02:00 +0100 Wirtschaftsministerin besucht Ostalbkreis – Eröffnung des ersten „Popup Labor BW“ https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerin-besucht-ostalbkreis-eroeffnung-des-ersten-popup-labor-bw/ Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat ihre regelmäßigen Kreisbereisungen im Land am Freitag (23. Februar) mit einem Besuch im Ostalbkreis fortgesetzt. Einer der Höhepunkte war dabei die Eröffnung des ersten „Popup Labor BW“, das ab 23. Februar bis 2. März 2018 in Schwäbisch Gmünd in der „eule gmünder wissenswerkstatt“ stattfinden wird. „Die Menschen und die Unternehmen im Land tragen täglich engagiert dazu bei, dass Baden-Württemberg führender Innovations- und Wirtschaftsstandort Europas ist. Unser klarer Anspruch ist es, dass das auch in Zukunft so bleibt. Wir wollen weiter auf der Gewinnerseite stehen“, sagte Hoffmeister-Kraut. Sie wolle im direkten Kontakt diskutieren, welche Herausforderungen gemeistert und welche Chancen genutzt werden müssten. „Es besteht durchaus Handlungsbedarf, wenn wir vorne bleiben wollen. Das geht auch nur, wenn unsere Mittelständler nicht den Anschluss verlieren“, betonte die Ministerin.

Vor dem Hintergrund von Analysen, dass insbesondere im Mittelstand die Innovationsdynamik nachlässt, habe der Technologiebeauftragte des Landes daher das neue Angebot „Popup Labor BW“ entwickelt, das nun erstmals im Ostalbkreis seine Pforten insbesondere für mittelständische Unternehmen öffne. Hoffmeister-Kraut: „Das Popup Labor ist unser praxisnahes und unkompliziertes Angebot, eigene Innovationspotenziale anzukurbeln.“

Das „Popup Labor BW“ soll zeigen, wie kleine und mittlere Unternehmen mit neuen Technologien, Verbraucher-Trends oder der digitalen Transformation Schritt halten können, wie man sie angeht und damit noch dazu zum Vorreiter werden kann. Kleine und mittelständische Unternehmen seien der Motor der Wirtschaft im Südwesten, betonte die Ministerin. Mit den Popup Laboren BW biete das Land dem Mittelstand ortsnah und niederschwellig beste Bedingungen, um neue Wege zu erproben und innovative Ideen und erfolgreiche Geschäftsmodelle zu gestalten.

Hoffmeister-Kraut betonte, ihr Ministerium sei für zentrale Zukunftsthemen verantwortlich, die in den kommenden Jahren für den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit, aber auch für den sozialen Frieden Baden-Württembergs entscheidend seien: Als Herausforderung bezeichnete sie beispielsweise die Sicherung des Fachkräftebedarfs und der Innovationskraft; als Chance die zunehmende Digitalisierung, deren gesamtgesellschaftlichen Mehrwert man nicht oft genug betonen könne. Für Baden-Württemberg sei es „von zentraler Bedeutung, die Digitalisierung zu nutzen, um unsere Spitzenstellung weiter auszubauen und langfristig zu sichern“, sagte Hoffmeister-Kraut. Wie dies im Ostalbkreis umgesetzt wird, konnte die Wirtschaftsministerin bei ihrem Besuch der Varta AG in Ellwangen in Erfahrung bringen.

Hoffmeister-Kraut betonte jedoch auch, dass die Versorgung mit ausreichend preislich angemessenem Wohnraum mehr und mehr zu einer Standortfrage werde. Diesem Aspekt galt daher ein wohnungspolitisches Gespräch in Schwäbisch Gmünd, in dem der Ministerin die Pläne des Ostalbkreises für einen „Pakt für günstigen Mietwohnraum“ vorgestellt wurden.

Den Abschluss der Kreisbereisung bildete ein Wirtschaftsempfang im IHK-Bildungshaus Aalen, bei dem die Ministerin mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern aktuelle Herausforderungen für die Wirtschaft im Land und in der Region diskutieren konnte. Die Politik könne am besten durch eigene Anschauung und das Zuhören vor Ort die Informationen erhalten, die zum Setzen richtiger Rahmenbedingungen notwendig seien. „Meine Kreisbereisungen bieten dafür vielfältige und gute Möglichkeiten“, betonte die Ministerin.

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news-121 Fri, 23 Feb 2018 11:14:00 +0100 Innovationspolitik: Erstes „Popup Labor BW“ eröffnet https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/innovationspolitik-erstes-popup-labor-bw-eroeffnet/ Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Freitag (23. Februar) gemeinsam mit dem Technologiebeauftragten der Landesregierung, Prof. Dr. Wilhelm Bauer, sowie zahlreichen Vertretern aus Politik, Verbänden und Wirtschaft aus der Region das erste „Popup Labor BW“ eröffnet. Es wird bis 2. März 2018 in Schwäbisch Gmünd in der „eule gmünder wissenswerkstatt“ stattfinden. „Das Popup Labor ist unser praxisnahes und unkompliziertes Angebot an kleine und mittelgroße Unternehmen, eigene Innovationspotenziale anzukurbeln. Unser klarer Anspruch ist es, Baden-Württemberg auch in Zukunft als führenden Innovations- und Wirtschaftsstandort zu positionieren. Wir wollen weiter auf der Gewinnerseite stehen. Das geht aber nur, wenn unsere Mittelständler nicht den Anschluss verlieren. Deshalb mein Appell an die Unternehmen im Ostalbkreis: Nehmen Sie sich die Zeit, kommen Sie, profitieren Sie!“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Es werden beispielsweise Crash-Kurse zu Design Thinking und anderen agilen Innovationsmethoden oder auch Workshops zu kundennutzenorientierter Innovation angeboten. Zudem werden praxisnahe Lösungen, wie zum Beispiel digitales Aufmaß, vorgestellt und eine Vielzahl weiterer Themen wie die Live-Entwicklung von Apps und Geschäftsmodellen sowie der Bau von ersten Prototypen bespielt. „Kleine und mittlere Unternehmen können beim ‚Popup Labor BW‘ über das Tagesgeschäft hinaus neu denken und gestalten“, so die Wirtschaftsministerin.

Hintergrund des neuen Angebots sind Analysen, dass insbesondere im Mittelstand die Innovationsdynamik nachlässt. Dazu die Ministerin: „Die Welt wartet nicht auf uns. Wir liegen mit unserer Innovationsfähigkeit zwar vorn, aber andere holen stetig auf. Wir müssen vor allem die Innovationskraft unseres starken Mittelstands weiter verbessern, um führende Innovationsregion in Europa zu bleiben.“ Für den Mittelstand sei es auch in Baden-Württemberg schwieriger geworden, bei Forschung und Entwicklung mit den großen Unternehmen Schritt zu halten, so die Ministerin. Hinzu kämen Digitalisierung oder veränderte Mobilitätsformen als neue und zusätzliche Herausforderungen für das Innovationsgeschehen, so Hoffmeister-Kraut.

Das „Popup Labor BW“ solle zeigen, wie kleine und mittlere Unternehmen mit neuen Technologien, Verbraucher-Trends oder der digitalen Transformation Schritt halten können, wie man sie angeht und damit noch dazu zum Vorreiter werden kann. Zudem werden die Unternehmen mit geeigneten Partnern für Innovationskooperationen zusammengebracht. Im Vorfeld der Eröffnung des ersten „Popup Labor BW“ wurde eine breite Mailingaktion gestartet, um die Unternehmen in der Region Ostwürttemberg/Ostalbkreis auf das Angebot aufmerksam zu machen und dazu einzuladen Ideen, Fragen oder Gestaltungskonzepte vorab einzubringen. Auf diese Weise konnte das Programm ganz auf die Wünsche und Bedarfe der regionalen Unternehmen zugeschnitten werden.

„Kleine und mittelständische Unternehmen sind der Motor unserer Wirtschaft. Die Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist es, die Unternehmen dort abzuholen, wo sie sich momentan befinden und sie weiter zu stärken. Mit den Popup Laboren BW bieten wir dem Mittelstand ein kreatives Umfeld und beste Bedingungen, um neue Wege zu erproben und innovative Ideen und erfolgreiche Geschäftsmodelle zu gestalten. Gründer, Start-ups und innovative, kreative Köpfe können sich in den Lern- und Experimentierräumen ausprobieren, austauschen und vernetzen“, so der Technologiebeauftragte Prof. Dr. Wilhelm Bauer.

Das Projekt wird zunächst modellhaft in den Pilotregionen Ostwürttemberg und Ortenau erprobt und im Hinblick auf eine landesweite Verbreitung evaluiert.

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news-119 Fri, 09 Feb 2018 15:44:18 +0100 Erstes „Popup Labor BW“ ab 23. Februar in Schwäbisch Gmünd https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/erstes-popup-labor-bw-ab-23-februar-in-schwaebisch-gmuend/ Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat die Unternehmen im Ostalbkreis ermuntert, sich am ersten „Popup Labor BW“ zu beteiligen, das ab 23. Februar bis 2. März 2018 in Schwäbisch Gmünd in der „eule gmünder wissenswerkstatt“ stattfinden wird. „Mein Appell an die kleinen und mittelgroßen Unternehmen im Ostalbkreis: Nehmen Sie sich die Zeit, kommen Sie, profitieren Sie! Das Popup Labor ist unser praxisnahes und unkompliziertes Angebot, eigene Innovationspotenziale anzukurbeln. Unser klarer Anspruch ist es, Baden-Württemberg auch in Zukunft als führenden Innovations- und Wirtschaftsstandort zu positionieren. Wir wollen weiter auf der Gewinnerseite stehen. Das geht aber nur, wenn unsere Mittelständler nicht den Anschluss verlieren“, sagte Hoffmeister-Kraut am Freitag (9. Februar) in Stuttgart.

Hintergrund des neuen Angebots sind Analysen, dass insbesondere im Mittelstand die Innovationsdynamik nachlässt. Dazu die Ministerin: „Die Welt wartet nicht auf uns. Wir liegen mit unserer Innovationsfähigkeit zwar vorn, aber andere holen stetig auf. Wir müssen vor allem die Innovationskraft unseres starken Mittelstands weiter verbessern, um führende Innovationsregion in Europa zu bleiben.“ Für den Mittelstand sei es auch in Baden-Württemberg schwieriger geworden, bei Forschung und Entwicklung mit den großen Unternehmen Schritt zu halten, so die Ministerin. Hinzu kämen Digitalisierung oder veränderte Mobilitätsformen als neue und zusätzliche Herausforderungen für das Innovationsgeschehen, so Hoffmeister-Kraut.

Das „Popup Labor BW“ soll zeigen, wie kleine und mittlere Unternehmen mit neuen Technologien, Verbraucher-Trends oder der digitalen Transformation Schritt halten können, wie man sie angeht und damit noch dazu zum Vorreiter werden kann. Kleine und mittelständische Unternehmen seien der Motor der Wirtschaft im Südwesten, betonte die Ministerin. Mit den Popup Laboren BW biete das Land dem Mittelstand ortsnah und niederschwellig beste Bedingungen, um neue Wege zu erproben und innovative Ideen und erfolgreiche Geschäftsmodelle zu gestalten. Gründer, Start-ups und innovative, kreative Köpfe könnten sich in den Lern- und Experimentierräumen ausprobieren, austauschen und vernetzen.

Mit den Laboren werden Geschäftsführer, Führungskräfte, Mitarbeitende und Auszubildende von Unternehmen und Start-ups durch vielfältige Angebote für Innovationen fit gemacht und mit geeigneten Partnern für Innovationskooperationen zusammengebracht.

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Presse
news-117 Wed, 07 Feb 2018 16:40:00 +0100 Wirtschaftsministerium fördert mit dem „Multilabor – Handwerk 4.0“ an der Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen die erste „Lernwerkstatt 4.0“ für das Handwerk https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerium-foerdert-mit-dem-multilabor-handwerk-40-an-der-friedrich-ebert-schule-in/ An der Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen wurde heute mit dem „Multilabor – Handwerk 4.0“ die erste „Lernwerkstatt 4.0“ für das Handwerk eingeweiht. „Die digitale Transformation unserer Wirtschaft schlägt sich nicht nur in den Arbeitsprozessen und Geschäftsmodellen nieder, sie führt auch zu einem Wandel in der Arbeitswelt und einem Veränderungsbedarf in der Aus- und Weiterbildung. Gerade unser Fachkräftenachwuchs und unsere Beschäftigten müssen am Puls der Zeit bleiben. Im neuen Multilabor werden die Auszubildenden sowie die Teilnehmenden an Weiterbildungslehrgängen für die digitale Zukunft fit gemacht. So profitieren sowohl der Landkreis Esslingen als auch das Handwerk als wichtiger Ausbildungspartner von diesem ersten Modellprojekt für die Digitalisierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Handwerk“, sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz anlässlich der offiziellen Einweihung. Das Wirtschaftsministerium förderte das Modellprojekt mit 364.000 Euro. Mit dem Multilabor 4.0 hat der Landkreis Esslingen als Schulträger an der Friedrich-Ebert-Schule eine digitale Lernwerkstatt für das Handwerk errichtet. „Unsere bislang geförderten 16 Lernfabriken 4.0 haben allesamt einen industriellen Fokus. Nun fördern wir erstmals eine Einrichtung für die digitale Aus- und Weiterbildung von Handwerksberufen in den Gewerken Elektro und Sanitär-Heizung-Klima“, betonte Schütz. In dem „Multilabor 4.0“ soll insbesondere die Digitalisierung im Gebäude und der Energie- und Umwelttechnik dargestellt werden. So spielen beispielsweise die Themen Gebäudesystemtechnik, Smart Home, Sanitär-Heizung-Klima und Elektrotechnik eine große Rolle.

Der Erfolg des Modellvorhabens in Esslingen hat auch im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und dem weiteren Ausbau von Lernfabriken und -werkstätten 4.0 im Land eine besondere Bedeutung. Auf den ersten Förderaufruf der Lernfabriken 4.0 gab es eine große Resonanz. Deshalb sollen mit der konzeptionellen Weiterentwicklung des Lernfabrik-Programms bestehende Lücken in der regionalen Verteilung geschlossen und gleichzeitig weitere Wirtschaftsbereiche neben der Industrie, wie das Handwerk, einbezogen werden. „Das neue Programm im Doppelhaushalt 2018/2019 wird ein Volumen von 4 Millionen Euro umfassen und voraussichtlich im April bzw. Mai 2018 starten“, ergänzte die Staatssekretärin.

Gemeinsam mit den beteiligten Lehrkräften stellte Schulleiter Erhard Hofmeister das Modellvorhaben an der Friedrich-Ebert-Schule den rund 70 Vertretern aus Wirtschaft und Politik vor. Neben der Staatssekretärin würdigten auch Landrat Heinz Eininger sowie Hauptgeschäftsführer Oskar Vogel vom Baden-Württembergischen Handwerkstag das Projekt.

Hintergrundinformationen:
Das Projekt „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ ist eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und des Baden-Württembergischen Handwerkstages und stellt ein wesentliches Zukunftsprojekt der Mittelstandspolitik dar.

Ziel des dialogorientierten Projekts ist es, die Herausforderungen, Chancen und Potenziale für die wirtschaftliche Entwicklung des baden-württembergischen Handwerks in den nächsten zehn Jahren näher zu beleuchten und daraus Unterstützungsmaßnahmen durch das Land und die Handwerksorganisationen abzuleiten. Das Wirtschaftsministerium fördert die im Projekt definierten 20 Umsetzungsmaßnahmen bis Ende 2019 mit 4,4 Millionen Euro. Schwerpunkte der Maßnahmen sind die Personalentwicklung, die strategische Betriebsführung, die Digitalisierung sowie die Themen Innovation und Kooperation.

Die modellhafte Einrichtung einer Lernwerkstatt 4.0 wird im Rahmen der Maßnahmen der „Digitaloffensive Handwerk 2025“ gefördert. Analog zu den bislang geförderten 16 Lernfabriken 4.0 in der industriellen Ausbildung soll damit die Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung auf weitere wichtige Branchen, wie das Handwerk, ausgeweitet werden.

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news-115 Mon, 05 Feb 2018 15:30:10 +0100 „Digitalgipfel 2018 – Wirtschaft 4.0 BW“ mit über 1.000 Teilnehmern https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/digitalgipfel-2018-wirtschaft-40-bw-mit-ueber-1000-teilnehmern/ Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Montag (5. Februar) auf dem „Digitalgipfel 2018 – Wirtschaft 4.0 BW“ die ausgewählten zehn regionalen Digitalisierungszentren – „Digital Hubs“ – bekannt gegeben. „Damit unterstützen wir insbesondere die mittelständische Wirtschaft in der Fläche des Landes auf dem Weg in die digitalisierte Zukunft“, erklärte die Ministerin vor mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Stuttgarter Carl Benz Arena. Im Rahmen der branchenübergreifenden Digitalisierungsoffensive „Initiative Wirtschaft 4.0 Baden-Württemberg“ investiert das Land in den Aufbau der regionalen Digital Hubs insgesamt rund 10 Millionen Euro. „Die Digitalisierung beginnt nicht erst, sondern wir stecken mittendrin. Sie prägt zunehmend unseren Alltag und unsere Wirtschaft. Wir können uns gegen sie wehren und werden abgehängt – oder wir nutzen ihre Chancen und stehen weiter auf der Gewinnerseite. Die Welt wartet nicht auf uns. Unser klarer Anspruch ist es aber, Baden-Württemberg auch in der digitalisierten Zukunft als führenden Innovations- und Wirtschaftsstandort zu positionieren“, sagte Hoffmeister-Kraut.

„Die regionalen Digital Hubs sollen als Teilchenbeschleuniger digitaler Innovationen wirken. Baden-Württemberg war immer stark, weil es in der Fläche stark war. Uns zeichnet aus, dass wir nicht nur wenige wirtschaftliche Kraftzentren haben, sondern dass starke und international erfolgreiche Mittelständler auch und gerade im ländlichen Raum zu Hause sind. Das soll auch im digitalen Zeitalter so bleiben“, unterstrich die Ministerin.

Die Digitalisierung sei insbesondere auch eine Frage zukünftiger Geschäftsmodelle der Unternehmen im Land. Zur deren Entwicklung biete die Zusammenarbeit von bestehenden Unternehmen und Start-ups großes Potential. Die regionalen Digital Hubs seien daher als Ideen-, Experimentier- und Kollaborationsräume zu verstehen, in denen unterschiedlichste Kompetenzen, Disziplinen, Ideen, Technologien und Kreativität aufeinandertreffen.

Durch Kooperation, Vernetzung und Austausch sollen digitale Innovationen in der gesamten Fläche des Landes vorangebracht werden. Darüber hinaus sollen die regionalen Digital Hubs als erste Anlaufstelle kleine und mittlere Unternehmen beim Einstieg in Digitalisierungsvorhaben unterstützen. Träger der regionalen Digital Hubs soll jeweils ein Konsortium sein, an dem sich u. a. Städte, Landkreise und Gemeinden, Kammern, Verbände, Hochschulen, Unternehmen und Start-ups beteiligen können. Die ausgewählten Hub-Konsortien werden nun zügig ihre Förderanträge ausarbeiten, um die Hubs rasch an den Start zu bringen.

Wie richtig und wichtig die Einrichtung der Hubs ist, bestätigen die Ergebnisse des „Monitoring-Report – Wirtschaft DIGITAL Baden-Württemberg“. Die Studie über die Digitalisierung der gewerblichen Wirtschaft war vom Wirtschaftsministerium beim Marktforschungsinstitut Kantar TNS und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim (ZEW) in Auftrag gegeben worden. Laut dem Monitoring-Report ist die Digitalisierung im Südwesten mit 55 von insgesamt 100 möglichen Punkten etwas weiter fortgeschritten als im Bundesdurchschnitt (54). Die befragten Unternehmen gehen für die nahe Zukunft von einem anhaltend hohen Digitalisierungstempo aus. Große Unternehmen sind beim Grad der Digitalisierung bereits weiter fortgeschritten als mittelständische Unternehmen. Deutliche Unterschiede beim Stand der Digitalisierung zeigen sich laut Studie auch in den einzelnen Branchen. Während die IKT-Branche und wissensintensive Dienstleistungsbranchen wie Kreativwirtschaft, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen oder Handel (weit) überdurchschnittlich digitalisiert sind, liegen zum Beispiel Maschinen- und Fahrzeugbau, Bauwirtschaft, Chemie und Gesundheitsindustrie und sonstiges Verarbeitendes Gewerbe oder auch Gastgewerbe im Durchschnitt oder (weit) darunter.

„Der Report zeigt uns, dass wir nachlegen müssen, um der Digitalisierung unserer Wirtschaft noch mehr Tempo zu verleihen – insbesondere im Mittelstand. Dieser muss – mit seiner heutigen starken Stellung – auch Treiber der Digitalisierung im Land werden. Die Hubs werden entscheidende Epizentren dafür“, betonte Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut.

Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung. Dazu hat sie eine Investitionsoffensive gestartet: Rund eine Milliarde Euro werden in dieser Legislaturperiode in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon fließt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz.

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news-109 Mon, 29 Jan 2018 10:28:50 +0100 "Wirtschaftsgipfel Baden-Württemberg und die EU" in Brüssel mit über 200 Teilnehmern https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsgipfel-baden-wuerttemberg-und-die-eu-in-bruessel-mit-ueber-200-teilnehmern/ Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Montag (29. Januar) den von ihr initiierten Wirtschaftsgipfel „Baden-Württemberg und die EU“ mit über 200 Teilnehmern in Brüssel eröffnet. „Baden-Württemberg als Exportland Nummer eins profitiert wie kaum eine andere Region von der Einbindung in die Europäische Union. Deshalb machen wir uns für die europäische Integration stark und werden uns weiterhin aktiv einbringen. Angesichts des globalen Wettbewerbs muss sich Europa mehr denn je innovationspolitisch neu erfinden, um den Anschluss nicht zu verlieren“, forderte Hoffmeister-Kraut. „Wir müssen den gemeinsamen Markt weiterentwickeln und einen gemeinsamen digitalen Binnenmarkt schaffen.“ Das sei essentiell für das erfolgreiche Fortbestehen der Europäischen Union. Nur ein Europa, das Wohlstand und Arbeitsplätze sichere, könne sich langfristig auch der Unterstützung seiner Bürgerinnen und Bürger sicher sein. Hoffmeister-Kraut wurde von einer vielköpfigen Delegation begleitet. Darunter befanden sich hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Verbänden, u. a. die Präsidenten des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags, des Handwerkstags, des Sparkassen- und des Genossenschaftsverbands. Der gemeinsame Ansatz ist der Ministerin sehr wichtig: „Zu einer aktiven Rolle Baden-Württembergs in Europa gehört es, dass wir unsere Anliegen bei wichtigen EU-Gesetzgebungsprozessen bereits in einem frühen Stadium entsprechend dem Subsidiaritätsgedanken einbringen sowie über Partnerschaften und Netzwerke Verbündete suchen.“ Im Fokus des diesjährigen Gipfels standen die Themen Wirtschaft 4.0, die Zukunft des Automobils und die Sicherung des erfolgreichen baden-württembergischen Mittelstands.

Die EU befände sich im Umbruch, so Hoffmeister-Kraut. Ein starkes Europa heißt aber keineswegs, dass immer mehr Kompetenzen an die EU zentralisiert werden müssten: „Es gibt einiges, das in Brüssel gut aufgehoben ist. Und es gibt vieles, das man besser den Regionen überlässt“, forderte die Ministerin. „Es kommt nicht darauf an, dass die EU viel macht, sondern das Richtige.“ An diesen Prinzipien orientieren sich auch 15 Forderungen an die EU, die Ministerin Hoffmeister-Kraut mit nach Brüssel brachte und mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der EU, u. a. mit Mitgliedern des Europaparlaments und der EU-Kommission, darunter auch der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger, diskutierte.

Ministerin Hoffmeister-Kraut richtete die klare Forderung auch an die EU, mit Blick auf die Zukunft des Automobils technologieoffen zu denken: „Niemand kann heute seriös voraussagen, welche Technologie sich am Ende bei den alternativen Antrieben durchsetzen wird. Wir sollten den Erfindergeist unserer Unternehmen daher nicht durch vorschnelle Vorfestlegungen bremsen.“ Zugleich mahnte die Ministerin Augenmaß bei der Regulierung an. Die Ministerin unterstrich in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der wirtschaftsnahen Forschung: „Um in Europa auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen wir eine Forschungsförderung, die besonders den Technologietransfer vorantreibt und die Innovationskraft gerade auch des Mittelstands unterstützt.“

Weiteres wichtiges Thema war die Digitalisierung, bei der die Ministerin für „mehr Europa“ plädierte: „Die digitale Welt macht nicht vor Staatsgrenzen halt. Mit einer abgestimmten Strategie und vor allem einheitlichen Standards kann die EU hier einen echten Mehrwert schaffen. Wir brauchen einen digitalen Binnenmarkt und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.“ Die EU müsse den richtigen Rahmen schaffen, damit sich solche Infrastrukturen entwickeln könnten.

„Die Briten sagen bei allen offiziellen Stellungnahmen: Wir treten aus der EU aus, aber nicht aus Europa – und wir sollten sie beim Wort nehmen. Die EU muss den Brexit so gestalten, dass möglichst wenig wirtschaftlicher Schaden entsteht – und gleichzeitig der Zusammenhalt der verbliebenen 27 Mitglieder nicht gefährdet wird“, erklärte Hoffmeister-Kraut. „Ziel muss eine neue Form der Partnerschaft sein mit möglichst wenig Handelshemmnissen.“ Nachdem sich die USA von der Rolle eines internationalen Freihandels-Fürsprechers verabschiedet hätte, müsse Europa diese Lücke ausfüllen, so die Ministerin. „Die EU muss beim Thema Freihandel viel stärker als bisher eine Führungsrolle übernehmen.“

Mit dem Brexit und den Vorschlägen zur Weiterentwicklung der Europäischen Union schlage Europa ein neues Kapitel auf. „Es ist richtig und wichtig, die EU weiterzuentwickeln. Allerdings zielen einige Vorschläge zur sehr auf stärkere Transfers zwischen den Mitgliedsländern – und das ist nicht der richtige Weg. Wir brauchen ein Europa, das seine Stärke aus der Kraft jedes einzelnen Landes zieht – und keines, das durch Verteilungskämpfe gespalten wird“, betonte die Ministerin. Nur wer die richtigen Anreize setze, könne erfolgreich Veränderungen bewirken. „Konditionslose Mitteltransfers tragen dagegen nicht zur Lösung von Strukturproblemen bei“, mahnte Hoffmeister-Kraut.

Der Präsident des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, Peter Schneider, lobte die Einrichtung des Wirtschaftsgipfels: „Die Veranstaltung des Wirtschaftsministeriums ist für uns eine gute Plattform, um mit Verantwortlichen aus der Europapolitik und der EU-Kommission in Brüssel zu diskutieren. So bekommen wir einen guten Einblick und gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, auf unsere Themen hinzuweisen.“ Aus Sicht der Sparkassen geht es insbesondere um den Erhalt der hohen Sicherheitsstandards für Spareinlagen und eine stärkere Differenzierung bei der Regulierung der Banken und Sparkassen.

„Wir wehren uns dagegen, dass kleine Sparkassen und Volksbanken bei der Regulierung genauso viel Aufwand treiben müssen wie Großbanken“, so Schneider. „Daher sind wir froh, dass der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag, der Handwerkstag und der Genossenschaftsverband gemeinsam mit uns für eine proportionale Ausgestaltung der Regulierung eintreten. Gleichzeitig lehnen wir gemeinsam eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung ab, da die Risiken in den einzelnen Staaten der EU völlig unterschiedlich sind.“

Die vier großen Dachverbände der Wirtschaft in Baden-Württemberg haben sich vereint, um sich zur Zukunft der Kreditversorgung des Mittelstands und zur Zukunft der Digitalisierung zu äußern. Dazu haben die vier Verbände am heutigen Montag in Brüssel ein gemeinsames Positionspapier vorgestellt, in dem sie sich mit konkreten Forderungen an die politisch Verantwortlichen in Brüssel wenden.

Der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags, Rainer Reichhold, forderte die EU auf, die Chancen der Digitalisierung auch zu nutzen, um die Europäische Integration zu verstärken und bestehende Handelshemmnisse abzubauen. „Das baden-württembergische Handwerk ist so stark exportorientiert wie in keinem anderen Bundesland. Hemmnisse im EU-Binnenmarkt treffen gerade kleine Betriebe in Grenznähe besonders hart. Deshalb muss auch die EU verstärkt darauf hinwirken, Handelshemmnisse im Binnenmarkt zu beseitigen“, so Reichhold. Dies könnte etwa durch die Harmonisierung von Regelungen und Formularen und durch die Bereitstellung zentraler Online-Portale für Unternehmen zur Erfüllung von Melde- und Steuerpflichten geschehen.

Mit Blick auf den Wirtschaftsgipfel betonte Wolfgang Grenke, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, die Bedeutung eines gemeinsamen, funktionierenden Europas anhand der Möglichkeiten der Digitalisierung. Ebenso verwies er auf die Gefahren eines harten Brexits: „Die digitale Welt als Zukunft unserer Geschäfts- und Lebensmodelle kennt keine Branchen- wie Ländergrenzen, nationale Abschottungsversuche oder ein Rosinenpicken auf Basis vergangener Pfründe. Per se heißt Wirtschaft 4.0, Beziehungen und Kooperationen in neuen Räumen zu denken – Chancen für globalen Erfolg gerade auch für KMU und innovative Ideen bereitzuhalten. Impulsgeber aus Nordamerika oder Asien zeigen als Vorbild, welche Chancen und Möglichkeiten Europa hat, wenn es hier als gemeinsamer Wirtschafts- und Ideenraum auftritt. Der Gedanke Europas mit seinen vier Grundfreiheiten zeigt doch eine klare wie richtige Linie für diesen Weg, den wir gemeinsam gehen wollen. Ein harter Brexit hieße nicht nur Handelsbeziehungen auf WTO-Niveau und Planungsunsicherheit bei Unternehmen mit einem unserer wichtigsten Handelspartner – es hieße, diese Idee mit Füßen zu treten, ein Rückfall in alte Zeiten, welche im neuen, digitalen Zeitalter keinen Platz mehr hat. Dies müssen wir mit allen Mittel vermeiden.“

„Der Wirtschaftsgipfel gibt uns die Gelegenheit, wichtige baden-württembergische Anliegen zur Sprache zu bringen und damit auch aktiv Europa mitzugestalten“, sagt Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV). Der BWGV vertritt über 800 Genossenschaften aus mehr als 50 verschiedenen Branchen. „Die Zukunft liegt im kooperativen Wirtschaften“, so Glaser, „kleinen und mittleren Unternehmungen helfen Genossenschaften, im heutigen globalisierten und liberalisierten Wirtschaftsumfeld konkurrenzfähig zu bleiben und die vorhandenen Mittel bestmöglich einzusetzen. Die Genossenschaft ermöglicht es ihren Mitgliedern, ihre Ziele aus eigener Kraft und unter Wahrung ihrer Selbstständigkeit zu erreichen. Genossenschaften sind damit auch ein Stück gelebtes Europa: in Vielfalt geeint.“

Glaser betont in Brüssel zudem: „Wer kleine und mittlere Banken stärkt, stärkt den Mittelstand. Schließlich sind die 180 genossenschaftlichen Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen Hauptfinanzierer der kleinen und mittelgroßen Unternehmen bei uns im Land.“ Deshalb fordert er: „Wir brauchen mehr Augenmaß und Differenzierung in der Bankenregulierung. Es ist paradox, dass gerade die kleinen und mittleren Banken so stark unter der hohen Regulierungsdichte zu leiden haben, obwohl sie nicht zu den Verursachern der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise gehörten. Regional tätige Banken dürfen nicht genauso behandelt werden wie international tätige, systemrelevante Institute.“ Eine europäische Einlagensicherung lehnt der Genossenschaftsverband strikt ab. „Niemandem ist es zu vermitteln, warum wir den bewährten nationalen Schutz unserer Ersparnisse gegen eine instabile europäische Sicherungseinrichtung eintauschen sollten“, sagt Glaser.

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news-107 Wed, 17 Jan 2018 14:21:53 +0100 RegioWIN-Gemeinschaftsprojekt „Vernetzte Industrie“ startet am Standort Offenburg https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/regiowin-gemeinschaftsprojekt-vernetzte-industrie-startet-am-standort-offenburg/ Der Amtschef im Wirtschaftsministerium, Ministerialdirektor Michael Kleiner, hat am Mittwoch (17. Januar) den Startschuss für das RegioWIN-Gemeinschaftsprojekt „Vernetzte Industrie“ am Standort Offenburg gegeben. Das Gemeinschaftsprojekt zur Energieeffizienz von Unternehmen in Freiburg, Offenburg und Lahr wird von der EU und vom Land Baden-Württemberg mit fast vier Millionen Euro unterstützt. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit von möglichst vielen Partnern in den beteiligten Industriegebieten und durch eine Betriebsübergreifende Koordination das volle Energieeffizienzpotenzial von innovativen Einzellösungen zu erschließen und damit neuen Technologien und digitalen Lösungen in die industrielle Praxisanwendung zu helfen. „Die Landesregierung hat sich auf die Fahnen geschrieben, unsere Unternehmen im Land zur Nummer eins bei Ressourceneffizienz und Umwelttechnologien zu machen. Das Innovationspotential der Unternehmen kann in Verbindung mit den Möglichkeiten der Digitalisierung ein relevanter Motor dafür sein“, so Kleiner.

Offenburg ist einer von drei Pilotstandorten des Projekts, das den Unternehmen aus Offenburg und Umgebung neue Technologien zur Steigerung ihrer Energieeffizienz zur Verfügung stellt. Träger des Vorhabens ist die ITG aus Freiburg, eine gemeinsame Tochter der Badenova AG und dem E-Werk Mittelbaden. Das Angebot wurde den Unternehmen in Offenburg jetzt erstmalig vorgestellt. Mit dem Auftakt beginnt nun die Suche nach umsetzungswilligen Unternehmen, die sich für technische Innovationen offen zeigen und konkrete Schritte gehen wollen, um Energie und Kosten einzusparen.

Unter dem Motto „Nachbarn produzieren Energie für Nachbarn“ arbeiten in dem Gemeinschaftsprojekt die Unternehmen aus den Industriegebieten Elgersweier in Offenburg, Industriegebiet West in Lahr und Industriegebiet Nord in Freiburg zusammen und erproben neue technische Anlagen, die möglichst energieeffizient arbeiten sollen. Ist die Umsetzung erfolgreich, könnte das Projekt bespielgebend sein. Dies betrifft insbesondere die Kommunikations- und Softwarelösungen, den Auf- und Ausbau eines virtuellen Kraftwerks oder die Organisation der Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen. Die Verbundpartner erproben gemeinsame Anlagen und bereits am Markt erhältliche Einzellösungen über Betriebs- und Gewerbegebietsgrenzen hinweg. Umgesetzt werden sollen vor allem auch vernetzte Lösungen, die in den Industrieunternehmen vorhandene Rest- und Abwärme nutzen, zur Digitalisierung des Energiemanagements beitragen oder die Energieeffizienz durch Automatisierung der Gebäude und Produktionsprozesse steigern. Die Projektpartner wollen so schrittweise in einem vernetzten Gesamtsystem zusammenarbeiten, Effizienzgewinne maximieren und neue Innovationsimpulse setzen. Je mehr Umsetzungspartner gefunden werden, desto besser kann die Vernetzung gestaltet werden.

 „Mit der Projektförderung leistet das Land auch einen Beitrag zur innovationsorientierten Regionalentwicklung, zum Technologietransfer und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region“, betonte Kleiner. Insbesondere den Blick über den betrieblichen Tellerrand hinaus solle das Projekt unterstützen, so der Amtschef des Wirtschaftsministeriums: „Fast immer fehlt es in den Industriestandorten an einem Überblick über die Energie- und Stoffströme sowie an einem unternehmensübergreifenden Management – entsprechend groß ist das Umsetzungsinteresse der EU und des Landes.“

Das Leuchtturmprojekt wurde im Rahmen des landesweiten Wettbewerbs RegioWIN im Januar 2015 als eines von insgesamt 21 Projekten prämiert. Der Wettbewerb ist ein Kernelement des baden-württembergischen Operationellen Programms für die Förderperiode 2014 - 2020 des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

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news-106 Tue, 16 Jan 2018 15:29:19 +0100 Offizielle Einweihung der „Lernfabrik 4.0“ in der Werner-Siemens-Schule in Stuttgart https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/offizielle-einweihung-der-lernfabrik-40-in-der-werner-siemens-schule-in-stuttgart/ Der Amtschef im Wirtschaftsministerium, Ministerialdirektor Michael Kleiner, hat am Dienstag (16. Januar) offiziell die an der Werner-Siemens-Schule eingerichtete Lernfabrik 4.0 in Stuttgart eingeweiht. „Unsere Industrie wandelt sich durch die Digitalisierung immer mehr zu einer Industrie 4.0. Damit unser Fachkräftenachwuchs und unsere Beschäftigten am Puls der Zeit bleiben und nicht von dieser Entwicklung abgehängt werden, muss sich der Wandel in der Arbeitswelt auch in Aus- und Weiterbildung niederschlagen. In der neuen, von drei beruflichen Schulen gemeinsam genutzten Lernfabrik 4.0 werden Auszubildende und Teilnehmende an Weiterbildungslehrgängen für die digitale Produktion der Zukunft fit gemacht“, sagte Kleiner bei der Zeremonie. Damit profitiere nun auch die Stadt Stuttgart von einem der Leuchtturmprojekte für Digitalisierung und berufliche Bildung, die die Lernfabriken 4.0 sind, so Kleiner. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert die Lernfabrik 4.0 in Stuttgart mit rund 440.000 Euro und trägt damit dazu bei, dass die Digitalisierungsstrategie der Landesregierung auch in der Ausbildung greift.

„Die intelligente, flexible Fabrik der Zukunft braucht ein optimales Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation“, betonte Kleiner. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigten bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Fachkräftenachwuchses Unterstützung. „In der Lernfabrik 4.0 wird das abstrakte Konzept von Industrie 4.0 für Schülerinnen und Schüler fassbar gemacht. So können z. B. Auszubildende in der Max-Eyth- oder der Robert-Bosch-Schule über eine ‚Cloud‘ Fertigungsdaten an die verkettete Bearbeitungs- und Montage-Anlage der Werner-Siemens-Schule übermitteln. Es freut mich sehr, dass die Stadt Stuttgart die Initiative ergriffen und dieses beispielhafte Projekt auf den Weg gebracht hat“, sagte der Ministerialdirektor.

In der Lernfabrik 4.0 wird eine Industrie 4.0-Prozesskette – von der Beauftragung über Fertigung, Montage und Materialfluss bis zur Auftragsabwicklung – eines Unternehmens realitätsnah für die Aus- und Weiterbildung abgebildet. Die Lernfabrik 4.0 ist mit hochinnovativen Technologien ausgestattet, die bald in jedem produzierenden Unternehmen zu finden sein werden. So sind Industrieroboter integriert und es werden aktuelle Produktionsdaten mit Tablets visualisiert. Die Lernfabrik wird in verschiedenen Bildungsgängen der drei gewerblichen Schulen eingebunden werden.

Weitere Informationen
Neben dem Wirtschaftsministerium bringen die Stadt als Schulträger, die Schule und mehrere Unternehmen Finanzierungsbeiträge ein. Das Projekt der Stadt Stuttgart ist eines von sechzehn Lernfabrik-Konzepten, die nach einer Ausschreibung des damaligen Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft im Jahr 2015 von einer Jury für eine finanzielle Förderung ausgewählt wurde. Das Wirtschaftsministerium fördert die über nahezu alle Regionen des Landes verteilten Lernfabriken mit 6,8 Millionen Euro.

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news-105 Tue, 16 Jan 2018 14:38:06 +0100 Innovationspolitik: Landesregierung startet „Popup Labor BW“ https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/innovationspolitik-landesregierung-startet-popup-labor-bw/ Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und der Technologiebeauftragte der Landesregierung, Professor Dr. Wilhelm Bauer, haben am Dienstag (16. Januar 2018) im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats das Programm „Popup Labor BW“ als neuen Teil der Innovationspolitik des Landes vorgestellt. „Für die Landesregierung ist es von zentraler Bedeutung, die starke Stellung des Mittelstandes als Wirtschaftsfaktor im Land auch in Zukunft zu sichern. Die aktuell gute Wirtschaftslage darf uns nicht dazu verleiten, uns zurückzulehnen. Wir werden daher alles dafür tun, um den Mittelstand weiter aktiv am Innovationsgeschehen teilnehmen zu lassen, denn andere Länder holen hier stark auf“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Für Unternehmen sind Innovationen überlebensnotwendig. Hier stehenzubleiben heißt, womöglich abgehängt zu werden und zurückzufallen. Denn die Digitalisierung zwingt nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch die kleinen und mittelständischen Firmen zum Handeln. Egal, ob lokaler Bäcker oder Schreiner, ob Einzelhändler oder Maschinenfabrikant: Alle müssen sich auf die vernetzte Welt einstellen“, betonte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt aber im Gegensatz zu den großen Unternehmen oft der direkte Zugang zu theoretischem Wissen und
praktischer Umsetzung in Sachen Innovationsmethoden und Digitale Transformation. Die ‚Popup Labore BW‘ schließen diese Lücke und bieten ein Forum für Innovationsimpulse im Mittelstand.“

Das „Popup Labor BW“ ist eine Werkstatt auf Zeit, in der branchenübergreifend kleine und mittlere Unternehmen im Rahmen von modernsten Workshops neue Technologien und Innovationsmethoden nicht nur vorgestellt bekommen, sondern auch direkt anwenden können. Das Labor kommt zu den Unternehmen in die Fläche. Die Angebote sind niedrigschwellig sowie kostenfrei für die Teilnehmenden. Das erste Popup Labor wird vom 23. Februar bis zum 2. März 2018 in der „eule gmünder wissenswerkstatt“ in Schwäbisch Gmünd  stattfinden. Bei dieser ersten Station des „Popup Labor BW“ sind 43 unterschiedliche Veranstaltungen geplant. Es werden beispielsweise Crash-Kurse zu Design Thinking und anderen agilen Innovationsmethoden oder auch Workshops zu kundennutzenorientierter Innovation angeboten. Zudem werden praxisnahe Lösungen, wie zum Beispiel digitales Aufmaß, vorgestellt und eine Vielzahl weiterer Themen wie die Live-Entwicklung von Apps und Geschäftsmodellen sowie der Bau von ersten Prototypen bespielt. „Kleine und mittlere Unternehmen können beim ‚Popup Labor BW‘ über das Tagesgeschäft hinaus neu denken und  gestalten“, so die  Wirtschaftsministerin.

„Das ‚Popup Labor BW‘ lebt vom aktiven Mitmachen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ziel ist es, die  richtigen Menschen und Ideen zusammenzubringen. Unkompliziert, sehr praxisnah und an dem orientiert, was  Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den kleinen und mittelständischen Unternehmen im Alltag wirklich auf den Nägeln brennt“, betonte der Technologiebeauftragte der Landesregierung, Professor Dr. Wilhelm Bauer.  „Ich bin überzeugt, dass im ‚Popup Labor BW‘ jeder seine Chancen zur Gestaltung der Digitalisierung  kennenlernen kann.“

Ein weiteres „Popup Labor BW“ findet im Laufe des Sommers im Ortenaukreis statt. Nach Durchführung der ersten beiden Popup Labore wird das Konzept evaluiert und geprüft, wie der Ansatz landesweit umgesetzt werden kann.

Hintergrund des Programms sind Analysen, die insbesondere dem Mittelstand eine nachlassende Innovationsdynamik bescheinigen. So ging die Innovatorenquote, also der Anteil der Unternehmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben, bei kleinen und mittleren Unternehmen deutschlandweit von 50 Prozent im Jahr 2006 auf 40 Prozent im Jahr 2015 zurück. In Baden-Württemberg zeigte sich eine ähnliche Entwicklung, wenn auch auf höherem Niveau: 2006 lag die Innovatorenquote noch bei 54 Prozent, 2015 zählten nur noch 48 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Gruppe der Innovatoren.

Auch die Innovationsausgaben dieser Unternehmen lagen deutlich unter denjenigen großer Unternehmen. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg gaben im Jahr 2014 rund 3,9 Milliarden Euro für die Entwicklung und Einführung von Produkt- und Prozessinnovationen aus. Gemessen an ihrem gesamten Umsatz machten die Innovationsausgaben 1,8 Prozent aus. Bei den Großunternehmen in Baden-Württemberg lagen die Innovationsausgaben gemessen am Gesamtumsatz hingegen bei 6,2 Prozent.

Weitere Informationen sowie das Programm des ersten „Popup Labor BW“ finden
sich auf der neuen Webseite www.popuplabor-bw.de.

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news-99 Wed, 10 Jan 2018 10:45:00 +0100 „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“: Wirtschaftsministerium fördert Beratungen mit jährlich 435.000 Euro https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/dialog-und-perspektive-handwerk-2025-wirtschaftsministerium-foerdert-beratungen-mit-jaehrlich-4350/ „Das Handwerk in Baden-Württemberg muss sich strategisch und personell für die Herausforderungen der Zukunft rüsten. Mit unseren neuen Beratungsangeboten zur Unternehmensstrategie und zur Personalpolitik unterstützen wir das Handwerk dabei, passgenaue Konzepte für den technologischen Wandel und den Fachkräftewettbewerb zu finden“, gab Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut heute (10. Januar) in Stuttgart bekannt.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert als zweijähriges Modellprojekt Angebote für Handwerksbetriebe mit jährlich 435.000 Euro. Mit der „Strategieoffensive Handwerk 2025“ werden Intensivberatungen zur Unternehmensstrategie sowie eine Strategie-Stabsstelle gefördert. Mit der „Personaloffensive Handwerk 2025“ erhalten Handwerksbetriebe Beratung zu personalpolitischen Themen. Die Maßnahmen gehen aus dem gemeinsamen Projekt „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ des Wirtschaftsministeriums und des Baden-Württembergischen Handwerkstags hervor.

„Gerade in Zeiten technologischer Umbrüche, in denen neue Wettbewerber in angestammten Märkten auftauchen und den Wettbewerb intensivieren, gilt es, an die Zukunft zu denken. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist dabei, sich bei der Unternehmensstrategie und der Personalpolitik modern und zukunftsorientiert aufzustellen“, so die Ministerin weiter.

Eine wesentliche Erkenntnis des Strategieprojekts „Dialog und Perspektive Handwerk 2025“ sei, dass sich der betriebliche Planungshorizont im Handwerk in der Regel auf zwei oder maximal drei Jahre beläuft. Das Tagesgeschäft habe Vorrang und für die Entwicklung einer Unternehmensstrategie fehle die Zeit und das Wissen über geeignete Instrumente. Genau hier sollen die Angebote der Strategieoffensive ansetzen.

„Für die Handwerksbetriebe liegen große personalpolitische Herausforderungen nicht nur darin, geeigneten Nachwuchs und Fachkräfte zu finden, sondern auch die Beschäftigten an den Betrieb zu binden“, betonte die Ministerin. Denn die Analyse im Rahmen des Strategieprojekts habe auch gezeigt, dass zwei Drittel der im Handwerk ausgebildeten Personen im Laufe ihres Berufslebens das Handwerk verlassen.

Zu den geförderten Angeboten:
Die „Stabsstelle Strategie“ beim Baden-Württembergischen Handwerkstag soll Zukunftsthemen, technologische Entwicklungen und neue Märkte für das Handwerk identifizieren und bewerten. Die Betriebe werden über die Betriebsberaterinnen und -berater der Kammern sowie über Veranstaltungen der Stabsstelle über Neuerungen informiert und für die unterschiedlichen Themen sensibilisiert. Darauf aufbauend werden Handwerksbetriebe durch geförderte Intensivberatungen unterstützt, Unternehmensstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Die Intensivberatungen von bis zu zehn Tagewerken pro Betrieb werden durch externe Fachberaterinnen und -berater angeboten.

Die „Personaloffensive Handwerk 2025“ umfasst unter anderem die Förderung von Personalberaterinnen und -beratern bei den Handwerkskammern, die die Betriebe mit bis zu acht Tagewerken in Themen wie Personalentwicklung, Arbeitgebermarke, Nachfolgeplanung oder Mitarbeiterbeteiligung kostenlos beraten. Bei Betrieben mit besonders großem Beratungsbedarf und komplexen Fragestellungen im Themenfeld Personal, kann ergänzend hierzu eine geförderte Intensivberatung stattfinden.

Weitere Informationen für Unternehmen
Interessierte Betriebe können sich an ihre Handwerkskammer wenden, die Intensivberatung wird von der BWHM GmbH – Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand angeboten.

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news-97 Wed, 03 Jan 2018 12:25:00 +0100 Wirtschaftsministerium fördert sechs Projekte zur Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung mit 1,1 Millionen Euro https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerium-foerdert-sechs-projekte-zur-digitalisierung-in-der-beruflichen-ausbildung-mit/ „Wir nutzen die Digitalisierung für eine intensivere Vernetzung von Berufsschulen, Betrieben und überbetrieblichen Bildungsstätten und geben damit wichtige Impulse für eine moderne und zukunftsorientierte berufliche Ausbildung“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut heute (3. Januar) in Stuttgart. Dazu fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sechs innovative Modellprojekte mit über 1,1 Millionen Euro.

Eine entscheidende Rolle spielen bei den Projekten digitale Lernplattformen, die zu einfach zugänglichen Lernumgebungen für Auszubildende ausgebaut werden, so die Ministerin. Für die mobile Nutzung durch die Auszubildenden in Berufsschule und Betrieb sollen auch Apps für Tablets und Smartphones erprobt werden. „Indem auch Leistungsunterschiede bei den Auszubildenden berücksichtigt und passgenaue Zusatzaufgaben je nach Leistungsniveau bereitgestellt werden, können wir durch Digitalisierung individuell zugeschnittene Lernumgebungen schaffen“, sagte Hoffmeister-Kraut. Diese Art des digitalen Lernens wird in den Ausbildungsberufen Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in und Elektroniker/in für Automatisierungstechnik sowie in Bauberufen und kaufmännischen Berufen entwickelt und erprobt.

„Die Digitalisierung verlangt sehr gut qualifiziertes Lehr- und Ausbildungspersonal“, so Hoffmeister-Kraut weiter. Deshalb sollen neue Qualifizierungskonzepte die Berufsschullehrkräfte sowie die Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben in die Lage versetzen, digitale Lerninhalte zu gestalten und den Auszubildenden zu vermitteln.

Bei den Modellvorhaben wird zum Teil das Knowhow aus den Lernfabriken 4.0, die an den Berufsschulen bereits bestehen und vom Wirtschaftsministerium gefördert werden, sowie aus dem Tablet-Projekt an Berufsschulen des Kultusministeriums einbezogen. Die beteiligten Universitäten Dresden, Stuttgart, Konstanz und Darmstadt, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd sowie das Forschungsinstitut betriebliche Bildung (f-bb) Nürnberg sollen die wissenschaftliche Evaluation und eine hohe Qualität der Projekte sicherstellen. Die Laufzeit der Projekte ist von November 2017 bis Februar 2020.

Übersicht der geförderten Projektträger mit Bewilligungssumme und Projektbeteiligten (alphabetisch geordnet):

  1. Berufsförderungswerk der südbadischen Bauwirtschaft GmbH, Freiburg, mit dem Kompetenzzentrum Elementiertes Bauen KOMZET BAU BÜHL, 200.000 Euro.
    Beteiligte berufliche Schulen: Gewerbliche Schulen Bühl und Offenburg.
    Beteiligte Betriebe: Regionale Baubetriebe.
     
  2. Industrie- und Handelskammer Ulm, 181.454 Euro.
    Projektpartner: Forschungsinstitut betriebliche Bildung (f-bb) Nürnberg.
    Beteiligte berufliche Schulen: Gewerbliche Schule Ehingen und Karl-Arnold-Schule Biberach.
    Beteiligte Betriebe: 40 regionale Ausbildungsbetriebe.
     
  3. Zollernalbkreis, 165.605 Euro.
    Projektpartner: Technische Universität Darmstadt.
    Beteiligte berufliche Schulen: Philipp-Matthäus-Hahn-Schule Balingen.
    Beteiligte Betriebe: Bizerba SE & Co. KG Balingen, Gühring KG Albstadt.
     
  4. Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, 199.616 Euro.
    Beteiligte berufliche Schulen: Technische Schule Aalen, Gewerbliche Schulen Göppingen und Schwäbisch Gmünd.
    Beteiligte Betriebe: Carl Zeiss AG Oberkochen, Heidelberg Manufacturing Deutschland GmbH Amstetten, Robert Bosch Automotive Steering GmbH Schwäbisch Gmünd.
     
  5. Technische Universität Dresden in Kooperation mit der Universität Stuttgart, 200.000 Euro.
    Projektpartner: Bildungshaus der IHK Region Stuttgart.
    Beteiligte berufliche Schulen: Grafenbergschule Schorndorf, Gewerbliche Schule Waiblingen.
    Beteiligte Betriebe: Andreas Stihl AG & Co. KG Waiblingen, Robert Bosch Packaging Technology GmbH Waiblingen.
     
  6. Universität Konstanz, 198.445 Euro.
    Projektpartner: Landesinstitut für Schulentwicklung, IHK Hochrhein-Bodensee, IHK Bodensee-Oberschwaben.
    Beteiligte berufliche Schulen: U. a. Wessenberg-Schule Konstanz, Robert-Gerwig Schule Singen, Berufsschulzentrum Stockach, Constantin-Vanotti-Schule Überlingen.
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Presse
news-96 Fri, 29 Dec 2017 12:17:00 +0100 Neue Analyse zur IKT-Wirtschaft in Baden-Württemberg https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/neue-analyse-zur-ikt-wirtschaft-in-baden-wuerttemberg/ Baden-Württemberg baut seine Position als einer der weltweiten Spitzenstandorte für Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) weiter aus. „Die IKT-Branche bleibt einer der Wachstums- und Innovationsmotoren der baden-württembergischen Wirtschaft“, so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut anlässlich neu vorliegender statistischer Befunde. Diese zeigen für Baden-Württemberg, dass mehr IKT-Unternehmen und IKT-Beschäftigte, eine positive Umsatzentwicklung sowie umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) der IKT-Wirtschaft zu verzeichnen seien.

„Informations- und Kommunikationstechnologien sind Treiber für Innovationen und den wirtschaftlichen Erfolg heute und in der Zukunft. Eine starke IKT-Branche ist deshalb ein wichtiger Standortfaktor für Baden-Württemberg. In Verbindung mit unseren vielen technologieorientierten Anwenderunternehmen ist das eine hervorragende Basis, um die Stellung Baden-Württembergs als führende Innovationsregion in Europa weiter auszubauen“, kommentierte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Analyse.


Die Ergebnisse der Analyse (siehe Anlage) im Überblick:

Mehr IKT-Unternehmen und IKT-Beschäftigte
Die Zahl der in Baden-Württemberg ansässigen IKT-Unternehmen und ihrer Beschäftigten ist kräftig gestiegen. Gleichzeitig investieren die IKT-Unternehmen überdurchschnittlich stark in Forschung und Entwicklung (FuE). Zu diesen Ergebnissen kam eine neue Analyse des Statistischen Landesamtes im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Zwischen 2012 und 2015 ist die Zahl der IKT-Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg von 14.574 auf 15.133 um vier Prozent gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich im gleichen Zeitraum um sechs Prozent von 154.118 auf 164.106.

Positive Umsatzentwicklung der IKT-Wirtschaft
Obwohl die Preise für die Erzeugnisse des IKT-Sektors aufgrund des schnellen technischen Fortschritts und des hohen Wettbewerbsdrucks sanken, konnten die Unternehmen den steuerbaren Umsatz insgesamt deutlich steigern. Dieser kletterte auf 45,9 Milliarden Euro, was gegenüber den 2012 erzielten 41,5 Milliarden Euro ein Umsatzplus von elf Prozent bedeutet. Der IKT-Dienstleistungsbereich, zu dem zum Beispiel die Softwareentwicklung, IT-Beratung und Cloud Services zählen, trug dazu 51 Prozent bei und machte zugleich mit 119.498 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Löwenanteil der Beschäftigten aus. Im IKT-Handel wurden 37 Prozent und in der IKT-Warenproduktion 12 Prozent des gesamten steuerbaren Umsatzes erzielt.

IKT-Wirtschaft ist Wachstumsmotor
IKT-Dienstleistungen bilden nicht nur den Schwerpunkt des IKT-Sektors in Baden-Württemberg, sondern tragen als ein Wachstumsmotor auch überdurchschnittlich stark zur positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Während die Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft zwischen 2012 und 2015 preisbereinigt um durchschnittlich 1,6 Prozent pro Jahr wuchs, legte der IKT-Dienstleistungsbereich inklusive Handel von IKT-Gütern im selben Zeitraum mit jährlich 4,3 Prozent mehr als doppelt so stark zu. Im Vergleich dazu kam das in Baden-Württemberg traditionell wachstumsstarke Verarbeitende Gewerbe (ohne IKT-Warenproduktion) im selben Zeitraum auf eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 3,1 Prozent.

Umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE)
Gleichzeitig zeichnet sich der IKT-Sektor durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) aus. Zwischen 2009 und 2015 wuchsen die internen Aufwendungen für FuE im IKT-Sektor von 1,7 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro, das entspricht 39 Prozent aller in 2015 bundesweit getätigten FuE-Aufwendungen des IKT-Sektors. Damit liegen die baden-württembergischen IKT-Unternehmen im Vergleich der Bundesländer mit großem Abstand an der Spitzenposition. Auch im landesinternen Branchenvergleich zeigt sich die hohe Innovationskraft der baden-württembergischen IKT-Unternehmen. Im Jahr 2015 trug der IKT-Sektor 4,9 Prozent zur Bruttowertschöpfung in Baden-Württemberg bei, stemmte zugleich aber 14,2 Prozent der gesamten FuE-Investitionen der Wirtschaft. Damit rangiert die IKT-Branche bei der Höhe der FuE-Investitionen hinter dem Automobilsektor an zweiter Stelle im Land.

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Presse
news-95 Thu, 14 Dec 2017 16:12:00 +0100 Wirtschaftsministerium fördert Projekt der Steinbeis Stiftung zur Umsetzung der Digitalisierung im Mittelstand https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerium-foerdert-projekt-der-steinbeis-stiftung-zur-umsetzung-der-digitalisierung-im-m/ Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Steinbeis Stiftung bei der Umsetzung der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen mit rund 460.000 Euro. „Die Digitalisierung der Wirtschaft stellt unseren Mittelstand vor große Herausforderungen. Aufgrund ihrer spezialisierten Ausrichtung und ihrer begrenzten Ressourcen müssen sich Mittelständler über Branchengrenzen hinweg zusammentun, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. ‘Micro-Testbeds’ sind dabei ein zielführender Ansatz, den wir mit unserer Förderung unterstützen“, so Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Micro-Testbeds“ förderten die Kooperation und den Technologietransfer zwischen den Unternehmen. Durch die Förderung werde gewährleistet, dass die Methode weiterentwickelt werden könne und eine weitere Verbreitung finde. „Das Vorhaben von Steinbeis leistet deshalb auch einen wichtigen Beitrag, um die Innovationsfähigkeit des baden-württembergischen Mittelstands zu stärken“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Weitere Informationen
Bei „Micro-Testbeds“ handelt es sich um moderierte Arbeitsgruppen, in denen mittelständische Unternehmen gemeinsam Aktivitäten zur Digitalisierung auf Basis verfügbarer Technologien angehen. Das Ferdinand Steinbeis Institut wird acht solcher „Micro-Testbeds“ im Land initiieren und moderieren. Um Unternehmen aus Handel, Handwerk und Dienstleistung bei der Digitalisierung zu unterstützen, hat das Wirtschaftsministerium im letzten Jahr ein Pilotprojekt zur Umsetzung von „Micro-Testbeds“ in diesen Branchen mit 220.000 Euro gefördert. Um den erfolgreichen Ansatz zu verstetigen und weiterzuentwickeln, wird nun ein Nachfolgeprojekt unterstützt. Im Rahmen dieses Vorhabens werden zusätzliche Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe eingebunden, ein Micro-Testbed-Methoden-Koffer erstellt und Schulungsmaßnahmen entwickelt, um weitere Akteure für die erfolgreiche Durchführung von „Micro-Testbeds“ zu befähigen.

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news-87 Wed, 06 Dec 2017 17:49:00 +0100 Industrie 4.0: 28 Leuchtturmprojekte im Land für die Produktion der Zukunft ausgezeichnet https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/industrie-40-28-leuchtturmprojekte-im-land-fuer-die-produktion-der-zukunft-ausgezeichnet/ Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Mittwoch (6. Dezember) die aktuellen Preisträger des Wettbewerbs „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“ ausgezeichnet. Insgesamt wurden 28 Unternehmen und Einrichtungen prämiert, die Digitalisierungslösungen erfolgreich im Betriebsalltag umgesetzt haben. „Industrie, Mittelstand und Startups in Baden-Württemberg sind auf bestem Weg in die digitalisierte Zukunft, wie die heute prämierten Projekte eindrucksvoll zeigen. Mit der Preisverleihung wollen wir anfassbare Lösungen aus dem Land, die Mehrwerte schaffen, noch bekannter machen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen wollen wir damit motivieren, die realen Chancen durch Industrie 4.0 aktiv anzugehen“, sagte die Ministerin bei der Verleihung im Alten Schloss in Stuttgart.

Mit dem Wettbewerb sucht die „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ nach innovativen Konzepten aus der Wirtschaft, die mit der intelligenten Vernetzung von Produktions- und Wertschöpfungsprozessen erfolgreich sind. Die Expertenjury bewertet neben dem Innovationsgrad auch die konkrete Praxisrelevanz für Industrie 4.0. Die prämierten Projekte deckten eine große Bandbreite von Branchen und Technologien ab und zeigten, „dass Industrie 4.0 nicht nur spezielle Branchen wie Maschinenbau oder Automobilindustrie, sondern die gesamte industrielle Wertschöpfung betrifft“, so Hoffmeister-Kraut.

Die ausgezeichneten Unternehmen und Organisationen:

  • ABB STOTZ-KONTAKT GmbH, Heidelberg
    Vernetzte Montagelinie für Sicherungsautomaten
  • Agimero GmbH, Karlsruhe
    Visualisierung komplexer Prozesse mit RFID
  • BDG GmbH, Künzelsau-Amrichshausen
    Digitales Shopfloormanagement
  • Cedalo AG, Kirchzarten
    Codefreie Modellierung von IoT-Prozessen
  • Conclurer GmbH, Heidenheim
    Modulare Digitalisierung von Prozessen/Services
  • Festo Didactic SE, Denkendorf
    Modulare Lernplattform für die Industrie 4.0
  • Flexlog GmbH, Karlsruhe
    Plug & Play Förderbaukasten
  • Fraunhofer IAO/IPA, Stuttgart
    Future Work Lab
  • Fraunhofer IPA, Stuttgart
    Applikationszentrum Industrie 4.0
  • GPIO Solutions GmbH, Rauenberg
    Pick-by-light in der Produktion
  • INDEX-Werke GmbH & Co. KG, Esslingen
    Die virtuelle Maschine
  • J. Schmalz GmbH, Glatten
    Vernetzte Produktion mit Smart Field Devices
  • Kinemic GmbH, Karlsruhe
    Gestensteuerung für die Industrie
  • Klöckner DESMA Elastomertechnik GmbH, Fridingen an der Donau
    SmartConnect 4.U
  • Knoll Firmengruppe GmbH, Umkirch
    Überwachung von Schleifrobotern
  • Lorenz GmbH & Co. KG, Schelklingen
    Smart Metering
  • MATRIX VISION GmbH, Oppenweiler
    Smart Camera
  • memex GmbH, Dettingen unter Teck
    Qualifizierung 4.0: Utility Film
  • MM-Automation GmbH, Mannheim
    Virtuelle Inbetriebnahme
  • Optimum datamanagement solutions GmbH, Karlsruhe
    Der „Schlaue Klaus“: Digitales Assistenzsystem
  • Pfizer Manufacturing Deutschland GmbH, Freiburg
    Mischtechnologie für die Tablettenproduktion
  • Pickert & Partner GmbH, Pfinztal
    Systeme für eine Null-Fehler-Produktion
  • Reichert Holztechnik GmbH & Co. KG, Pfalzgrafenweiler
    Transparente Fertigung mittels RFID
  • Schunk GmbH & Co. KG, Lauffen (Neckar)
    Intelligentes Greifmodul für Roboter
  • SMW-Autoblok Spannsysteme GmbH, Meckenbeuren
    Spannsysteme für die Automation
  • Steinmetzer GmbH, Steinheim
    Papierlose Produktionssteuerung
  • United Planet GmbH, Freiburg
    Entwicklungsplattform für Intra- und Extranet
  • wbk Institut für Produktionstechnik, Karlsruhe
    Lernfabrik für die industrielle Fertigung

Bilder zur Preisverleihung finden Sie in Kürze in unserer Mediathek

Die Auszeichnung „100 Orte für Industrie 4.0 in Baden-Württemberg“
In Summe wurden in sechs Prämierungsrunden bislang 113 Unternehmen, Institute und andere Organisationen ausgezeichnet. Die prämierten Unternehmen erhalten eine Ehrenurkunde und eine Glasplakette, die am Unternehmensstandort angebracht werden kann. Zudem werden die Preisträger auf der Internetseite der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ präsentiert.

Aufgrund des hohen Zuspruchs wird der 100 Orte-Wettbewerb mit Fokus auf einzelne Branchen und Themenschwerpunkte fortgesetzt. So soll der Schwerpunkt der nächsten Prämierungsrunde in 2018 auf Lösungen aus den Branchen Medizintechnik, Biotechnologie sowie der Pharma- und Prozessindustrie liegen.

Die Netzwerkinitiative „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ will Kompetenzen aus Produktionstechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik bündeln, alle wesentlichen Akteure vernetzen und durch innovative Transferangebote den industriellen Mittelstand in Richtung Industrie 4.0 begleiten.

Als Sprecher steht der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ Dr. Manfred
Wittenstein (Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wittenstein AG) vor. Die Koordinierungsstelle ist beim VDMA-Landesverband Baden-Württemberg angesiedelt. Die Partner der Allianz – Unternehmen, Kammern, Verbände, Cluster, Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Sozialpartner – streben an, Baden-Württemberg als weltweit führende Region für Industrie 4.0-Technologien zu etablieren. Kleine und mittlere Unternehmen spielen dabei eine entscheidende Rolle und sollen von der Allianz profitieren.

Informationen online: www.i40-bw.de

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news-85 Tue, 05 Dec 2017 17:49:06 +0100 „familyNET 4.0 – Auszeichnung Moderne Arbeitswelten“ startet 2018 https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/familynet-40-auszeichnung-moderne-arbeitswelten-startet-2018/ Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg startet im Jahr 2018 das Modellprojekt „familyNET 4.0 – Auszeichnung Moderne Arbeitswelten“. Ziel des neuen Modellprojekts ist es, Unternehmen über die Chancen der Digitalisierung für eine familienbewusste und lebensphasenorientierte Personalpolitik zu beraten und zu informieren. Dadurch sollen bei Unternehmen Interesse für dieses Thema geweckt, unternehmensinterne Entwicklungen angestoßen und praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. „Digital unterstützte Arbeitsformen ermöglichen kreative Lösungen für die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Verpflichtungen – ein für Fach- und Führungskräfte immer wichtigeres Thema bei der Arbeitsplatzwahl. Damit können familienbewusste Unternehmen ihre Attraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte steigern und sich so ihren Unternehmenserfolg sichern“, so Staatssekretärin Katrin Schütz.

Die Digitalisierung sorgt für eine höhere zeitliche und örtliche Flexibilität. Arbeitsmodelle wie mobiles Arbeiten oder Cloud-Working eröffnen neue Potenziale für eine bessere partnerschaftliche Vereinbarkeit beruflicher Belange mit privaten Anforderungen.

Bisher werden die Potenziale solcher Arbeitsmodelle in den Unternehmen jedoch bei weitem noch nicht ausgeschöpft und der Bedarf an Home-Office übersteigt deutlich das Angebot.

So arbeiten nach der Studie „Digitalisierung – Chancen und Herausforderungen für die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ der Roland Berger GmbH nur sechs Prozent aller Eltern minderjähriger Kinder in Home-Office. Deutlich mehr, nämlich 25 Prozent, könnten sich eine solche Heimarbeit aufgrund ihrer Tätigkeit jedoch vorstellen. Lediglich vier von zehn Unternehmen in Deutschland halten eigenen Angaben zufolge Home-Office-Angebote vor.

Im Rahmen des neuen Modellprojekts soll mit „Innovation Labs“ in vier Regionen ein Analyseinstrument erarbeitet werden, das es Unternehmen ermöglicht, die Digitalisierung zur Weiterentwicklung im Bereich „Familienbewusste Personalpolitik und Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ zu nutzen und weiterführende Handlungsschritte in die Wege zu leiten.

Die Ergebnisse dienen auch als Grundlage für die Durchführung eines Wettbewerbs „familyNET 4.0 – Auszeichnung Moderne Arbeitswelten“ zum Abschluss des Projekts.

Hintergrund
Das Modellprojekt „familyNET 4.0 – Auszeichnung Moderne Arbeitswelten“ baut auf den Strukturen, Inhalten und Erfahrungen des ESF-Projektes familyNET auf. familyNET wird bereits seit 2008 durchgeführt und trägt zur Steigerung einer familienbewussten und lebensphasenorientierten Personalpolitik in Unternehmen bei.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert das neue Modellprojekt „familyNET 4.0 – Auszeichnung Moderne Arbeitswelten“ im Zeitraum 2018/2019 insgesamt mit rund 346.000 Euro aus Haushaltsmitteln des Landes.

Die Arbeitgeberverbände Südwestmetall und AGV Chemie ermöglichen mit drei Vollzeitstellen die Fortführung der bisherigen Beratungs- und Unterstützungsstruktur von familyNET.

Projektträger ist die BBQ Berufliche Bildung gGmbH, ein Unternehmen des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V. Das Bildungswerk ist Umsetzungspartner der Arbeitgeber Baden-Württemberg in Arbeitsmarkt- und Ausbildungsprojekten. Kooperationspartner ist der Landesfamilienrat Baden-Württemberg.

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news-84 Tue, 28 Nov 2017 17:35:00 +0100 Landes-Innovationspreis 2017 geht an vier Unternehmen in Baden-Württemberg https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/landes-innovationspreis-2017-geht-an-vier-unternehmen-in-baden-wuerttemberg/ Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat am Dienstagabend (28. November) den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Landes-Innovationspreis – „Dr.-Rudolf-Eberle-Preis“ – verliehen. Mit dem Preis werden alljährlich mittelständische Unternehmen für ihre herausragenden Entwicklungen und Anwendungen neuer Technologien ausgezeichnet. „Innovationsfähigkeit ist kein Selbstläufer. Hier braucht es ständig neuen Anlauf, wenn Baden-Württemberg führende Innovationsregion Europas bleiben soll. Der Innovationspreis macht das enorme Potential insbesondere auch unserer mittelständischen Unternehmen im Land sichtbar und soll zur Nachahmung motivieren“, sagte Hoffmeister-Kraut bei der feierlichen Preisverleihung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart.

Um die Stellung des Mittelstands als starker Wirtschaftsfaktor im Land in Zukunft zu sichern, müssten aber insbesondere mittelständische Unternehmen branchenübergreifend stärker an das Thema Wirtschaft 4.0 und Digitalisierung herangeführt werden, betonte die Ministerin. Sie verwies dabei auf die „Initiative Wirtschaft 4.0 Baden-Württemberg“ des Wirtschaftsministeriums, die insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Fläche des Landes auf dem Weg in die Digitalisierung unterstütze.

Für den Innovationspreis des Landes wurden in diesem Jahr vier Unternehmen durch das Preiskomitee ausgewählt: Die LTG Aktiengesellschaft aus Stuttgart bekam ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro verliehen. Mit jeweils 10.000 Euro prämiert wurden die ProKASRO Mechatronik GmbH aus Karlsruhe, die Cytena GmbH aus Freiburg und die Ovesco Endoscopy AG aus Tübingen. Zusätzlich erhielt das Unternehmen virtualQ GmbH aus Stuttgart den mit 7.500 Euro dotierten Sonderpreis der MBG Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft für Innovationen von jungen Unternehmen. Fünf weitere Unternehmen wurden mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Allen Ausgezeichneten sprach Hoffmeister-Kraut herzliche Glückwünsche aus: „Innovation ist tief in den Genen Baden-Württembergs verankert. Mit ihren Geschäftsmodellen und Produkten stehen Sie heute Abend beispielhaft dafür im Mittelpunkt. Sie sind die Botschafterinnen und Botschafter für andere Unternehmen im Land und können diese ermutigen, innovativen Ideen nachzugehen und diese auch umzusetzen.“

Die Preisträger 2017 im Einzelnen:

Die LTG Aktiengesellschaft aus Stuttgart erhält 20.000 Euro für ihre dezentral atmenden Fassaden-Lüftungsgeräte für energieeffiziente Gebäudehüllen. Die neuartige Entwicklung übernimmt das Lüften, Heizen und Kühlen in der Gebäudeklimatisierung. Durch die der Atmung nachempfundenen Betriebsweise konnten Gerätekomponenten reduziert, Druckverluste gemindert und die Energieeffizienz der Lüftung deutlich gesteigert werden. Die geforderte Mindesteffizienz von Ventilatoren in der Gebäudeklimatisierung wird um den Faktor 10 unterschritten. Bis zu 90 Prozent der Wärme im Raum werden im Winter zurückgewonnen. Dadurch werden die Heizkosten deutlich reduziert.

Die Ovesco Endoscopy AG aus Tübingen erhält 10.000 Euro für die Entwicklung einer Möglichkeit der schonenden Gewebeentnahme aus dem Darm. So können krankhafte Veränderungen in Darmbereichen, die bisher nur chirurgisch behandelbar waren, mit Hilfe des neuen Systems erstmals minimal-invasiv entfernt werden. Dabei wird Gewebe für eine aussagekräftige Diagnose en bloc entnommen. Um eine besonders hohe Behandlungsqualität sicherzustellen, richtet sich der Vertrieb nur an medizinische Zentren. Mehrsprachige Intensiv-Trainingskurse ergänzen das innovative Verfahren.

Die Cytena GmbH aus Freiburg erhält ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro für ihre Entwicklung eines Einzelzelldruckers. Der Einzelzelldrucker ist ein Laborgerät zur Handhabung und Sortierung einzelner, vitaler Zellen und stellt ein Werkzeug für die Lebenswissenschaften dar. Die patentierte Innovation liegt in der Kombination der optischen Sensorik und der Drucktechnik. Eine derzeit industriell schon sehr relevante Anwendung der Einzelzelldrucktechnologie ist z. B. die Produktion von monoklonalen Zelllinien. Das sind Zellpopulationen, bei denen alle Zellen von einer Ursprungszelle abstammen und somit sehr homogen sind. Diese Zelllinien werden bereits heute zur Produktion modernster Medikamente, vor allem gegen Krebs, benötigt.

Die ProKASRO Mechatronik GmbH aus Karlsruhe erhält ebenfalls 10.000 Euro. Sie hat ein Kanalsanierungssystem ohne Grabungen weiterentwickelt, mit dem schadhafte Stellen in Kanalsystemen deutlich günstiger, effizienter und ressourcenschonender durchgeführt werden können.

Den mit 7.500 dotierten Mittelstandspreis der MBG, der sich an junge Unternehmen richtet, erhielt in diesem Jahr die virtalQ GmbH aus Stuttgart. Sie hat eine Software für eine virtuelle Telefon-Warteschleife zur intelligenten Optimierung von Service-Center entwickelt, die es Anrufern in Service-Centern ermöglicht, nicht in der Leitung warten zu müssen. Das schnell wachsende Start-up hat bereits über 300.000 Menschen mehr als 3 Millionen Minuten in der Warteschleife erspart.

Eine Anerkennung wurde folgenden fünf Unternehmen ausgesprochen:

Metallveredelungswerk Sulz GmbH, Sulz am Neckar, für ein korrosionsbeständigeres Beschichtungsverfahren. Die KTL-Methode (kathodisches Tauchlakieren) ist ein Verfahren zur Verhinderung von Korrosion. Bisher musste dazu jedes einzelne Bauteil auf ein sogenanntes Lackiergestell aufgespannt oder aufgehängt werden. Mit dem neuen Applikationsverfahren wird diese Beschichtung in einer Lackiertrommel durchgeführt. Mit der neu entwickelten Verfahrenstechnik ist es erstmalig und sehr prozesssicher ermöglicht, Bauteile als Massenschüttgut im Ergebnis optisch und korrosionstechnisch genauso zu beschichten, als wären die Bauteile auf einem Lackiergestell beschichtet worden.

MATRIX VISION GmbH, Oppenweiler, für eine Konfigurationsplattform für Inspektionskameras. Die industrielle Bildverarbeitung ist mittlerweile in fast alle Bereiche vorgedrungen und dokumentiert Prozesse, optimiert Abläufe, automatisiert Produktionen oder inspiziert Produkte. Die jährlichen Wachstumsraten, teilweise im zweistelligen Bereich, unterstreichen diese Entwicklung. Dennoch wird das Potenzial der industriellen Bildverarbeitung nicht voll ausgeschöpft, da ihr oft der Makel anhängt, kompliziert und nur mit Expertenwissen beherrschbar zu sein. Mit der Idee des Zwillingskonzeptes wurde vor drei Jahren begonnen, Expertenwissen in Form einer Software in eine Kamera zu integrieren, um es Einsteigern in die Welt der industriellen Bildverarbeitung zu ermöglichen, eine Vielzahl von typischen Aufgaben in Eigenregie lösen zu können.

ASD Automatic Storage Device GmbH, Umkirch, für Stromspeicher mit paralleler Zellanordnung. Vieles spricht dafür, dass Stromspeicher weiter an Bedeutung gewinnen werden. Beim Betrieb eines Stromspeichers mit in Reihe geschalteten Speicherzellen ist es dabei technologisch unvermeidbar, dass die schwächste Zelle im Verbund die Nutzkapazität des Gesamtblocks bestimmt. Das Besondere der neuen Stromspeicher-Steuerung ist, dass sie die Zellen im Speicher durchgängig parallelschaltet. Es entstehen hohe Freiheitsgrade in der Wahl der Zellen und der Zusammenstellung der Batterien. Im Vergleich zu anderen Speichern ist es nicht mehr nötig, zwillingsgleiche Zellen mit identischem Lade- und Gesundheitszustand zu verbauen; es lassen sich nahezu x-beliebige einbinden.

Free-Linked GmbH, Pforzheim, für ein ultraschallbasiertes Tauchassistenzsystem. Während alle Menschen an Land durch Smartphones und Internet schnell und einfach weltweit Informationen austauschen können, ist die Unterwasserkommunikation immer noch stark eingeschränkt. Taucher können unter Wasser nicht miteinander sprechen, sie werden oftmals abgelenkt durch die Umwelt und unachtsam. So kann es schnell passieren, dass der Augenkontakt zum Tauchpartner verloren geht und es zum Partnerverlust kommt. Diese wesentlichen Probleme, denen Tauchern jederzeit begegnen können, waren der Grund für die Entwicklung eines verbesserten Assistenzsystems, welches die genannten Probleme mittels einer einfachen und effizienten Kommunikation löst.

CONIAS Risk Intelligence GmbH, Mannheim, für ein digitales Berichtssystem für politische Risiken. Politische Konflikte und Gefährdungslagen als soziale Systeme zu analysieren und ihr Risiko zu bewerten gelingt nur mit einem innovativen Informations- und Analysesystem. Nur auf der Grundlage von klaren und nachvollziehbaren Daten sowie Prognosen können gute Entscheidungen getroffen werden. Für die Branche bedeutet es eine Zeitenwende, wenn politische Risikobewertung und Beratung konsequent digital angeboten wird. Nach dem neuen Ansatz, der auf mehr als 20 Jahren Forschung an der Universität Heidelberg beruht, bietet nun eine Software ein umfassendes Risikomanagement, das anhand von regelmäßig aktualisierten Grafiken, Kartenausschnitten, Tabellen und kurzen Texten schnell und übersichtlich über die tatsächliche politische Situation informiert.

Zum Innovationspreis:
Der Preis wird seit 1985 jährlich an im Land ansässige kleine und mittlere Unternehmen aus Industrie, Handwerk und technologischer Dienstleistung vergeben. Bewerbungen werden vom Baden-Württembergischen Handwerkskammertag, dem Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag sowie dem Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie entgegengenommen. Mit der Durchführung hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau das Regierungspräsidium Stuttgart beauftragt. Ein dreizehnköpfiges Preiskomitee kürte die diesjährigen Preisträger.

Weitere Informationen zum Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg und die ausführliche Dokumentation zur Preisverleihung 2017 finden Sie unter www.innovationspreis-bw.de.

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news-81 Mon, 27 Nov 2017 10:28:02 +0100 Wirtschaftsministerin besucht Bodenseekreis https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/wirtschaftsministerin-besucht-bodenseekreis/ Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat ihre regelmäßigen Kreisbereisungen im Land am Montag (27. November) mit einem Besuch im Bodenseekreis fortgesetzt. Die Politik könne nur durch eigene Anschauung und das Zuhören vor Ort die Informationen erhalten, die zum Setzen richtiger Rahmenbedingungen notwendig seien: „Meine Kreisbereisungen bieten dafür vielfältige und gute Möglichkeiten“, betonte die Ministerin. Zu den wertvollen Eindrücken, die sie bei ihren Kreisbereisungen sammle, sagte Hoffmeister-Kraut, ihr Ministerium sei für zentrale Zukunftsthemen verantwortlich, die in den kommenden Jahren für den Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit, aber auch für den sozialen Frieden Baden-Württembergs entscheidend seien: „Innovationsfähigkeit ist kein Selbstläufer. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die Unternehmen im Land leisten täglich ihren Beitrag dazu, dass Baden-Württemberg führende Innovationsregion Europas ist. Ich möchte im direkten Kontakt diskutieren, welche Herausforderungen wir meistern und welche Chancen wir nutzen müssen, damit das so bleibt. Denn es besteht durchaus Handlungsbedarf, wenn wir vorne bleiben wollen.“

Als Herausforderung bezeichnete sie beispielsweise die Sicherung des Fachkräftebedarfs; als Chance die zunehmende Digitalisierung, deren gesamtgesellschaftlichen Mehrwert man nicht oft genug betonen könne. Für Baden-Württemberg sei es „von zentraler Bedeutung, die Digitalisierung zu nutzen, um unsere Spitzenstellung weiter auszubauen und langfristig zu sichern. Die Digitalisierung wird aber nur dann eine Erfolgsgeschichte fürs Land, wenn wir es schaffen, die kleinen und mittleren Unternehmen einzubinden. Das Thema Digitalisierung weckt aber auch Ängste, die wir ernst nehmen müssen“, sagte Hoffmeister-Kraut. Insbesondere müsse der Mittelstand branchenübergreifend stärker an das Thema Wirtschaft 4.0 und Digitalisierung herangeführt werden, um dessen Stellung als starker Wirtschaftsfaktor im Land in Zukunft zu sichern, betonte die Ministerin. Sie verwies dabei auf die „Initiative Wirtschaft 4.0 Baden-Württemberg“ des Wirtschaftsministeriums, die insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Fläche des Landes auf dem Weg in die Digitalisierung unterstütze.

Als beispielhaft für die Innovationsstärke Baden-Württembergs nannte die Ministerin die Bereiche Automotive, Mobilität, Maschinenbau, aber auch die Luft- und Raumfahrtindustrie. Hoffmeister-Kraut: „Baden-Württemberg hat nicht nur eine lange Raumfahrttradition, sondern ist auch heute ein bedeutendes Zentrum der Raumfahrt in Deutschland und Europa. Das Raumfahrtcluster Baden-Württemberg umfasst rund 40 Prozent aller Beschäftigten in der Raumfahrtindustrie bundesweit – hier werden bedeutende deutsche Satellitenprojekte umgesetzt, aber auch vielbeachtete internationale Projekte koordiniert. Die Raumfahrt leistet enorme Beiträge zur technologischen Innovation und wissenschaftlichen Exzellenz in vielen Forschungs- und Anwendungsbereichen. Mit ihrer enormen Hebelwirkung für viele andere Wirtschaftsbereiche ist ihre strategische Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft daher nicht zu unterschätzen.“

In diesem Innovationsgeschehen sei der Bodenseekreis, der zur Spitzengruppe der Stadt- und Landkreise beim Innovationsindex in Baden-Württemberg gehöre, hervorragend aufgestellt. Auch hier mache sich jedoch der Fachkräftemangel zunehmend als Hindernis im Innovationsgeschehen und im Standortwettbewerb bemerkbar. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs sei daher zentrale Aufgabe auch ihres Hauses, betonte Hoffmeister-Kraut: „Wir müssen die Potentiale in Baden-Württemberg noch besser nutzen.“ Im Fokus stünden dabei nicht nur die Gewinnung von mehr Frauen als Fachkräfte oder die Stärkung der MINT-Berufe, es gehe auch um Fragen der Qualifizierung und Weiterbildung sowie darum, das Potential älterer Beschäftigter noch besser zu erschließen. „Um Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort attraktiv zu erhalten, müssen wir aber auch international um qualifizierte Fachkräfte werben“, so Hoffmeister-Kraut. Zudem werde die Versorgung mit ausreichend preislich angemessenem Wohnraum mehr und mehr zu einer Standortfrage.

Programm der Kreisbereisung im Bodenseekreis

  • Offizielle Übergabe des Förderbescheids für das Regionale Innovations- und Technologietransfer Zentrum (RITZ), Friedrichshafen
  • Firma Rolls Royce Power Systems AG, Friedrichshafen
  • ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen
  • Alpla Werke Lehner GmbH & Co KG, Markdorf
  • Firma Diehl Aerospace GmbH, Überlingen
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news-74 Mon, 13 Nov 2017 11:18:00 +0100 Fachkräfte-Allianz stellt Studie zum künftigen Bedarf an Fachkräften in den IT-Berufen vor https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/fachkraefte-allianz-stellt-studie-zum-kuenftigen-bedarf-an-fachkraeften-in-den-it-berufen-vor/ 5 Millionen Euro sollen in den Ausbau der Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ und in den Bereich „Digitalisierung und berufliche Weiterbildung“ fließen Aktuell fehlen in Baden-Württemberg etwa 3.000 IT-Fachkräfte, bis 2030 verdoppelt sich diese Zahl auf 6.700 fehlende IT-Fachkräfte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR, die heute in der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg unter Leitung von Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut vorgestellt wurde.

„Der Fachkräfteengpass in den IT-Berufen ist heute und auch in Zukunft wirtschaftspolitisch beherrschbar. Mit der Studie haben wir verlässliche Zahlen und eine fundierte Analyse zur Fachkräftesituation im IT-Bereich. Durch die Prognosen bis zum Jahr 2030 wissen wir, womit wir rechnen müssen. So können wir passgenaue Maßnahmen in den wichtigsten Handlungsfeldern umsetzen, damit die Digitalisierung zur baden-württembergischen Erfolgsgeschichte wird“, erklärte Hoffmeister-Kraut. „Die Studie zeigt sehr plastisch, dass Baden-Württemberg trotz des aktuell ermittelten Fachkräfteengpasses in den IT-Berufen vergleichsweise gut gerüstet ist, um die Potenziale der Digitalisierung erfolgreich nutzen zu können. Dazu muss es uns aber gelingen, mehr Frauen für IT-Berufe zu gewinnen, mehr internationale IT-Fachkräfte zu rekrutieren und die Aus- und Weiterbildung weiter zu verbessern.“

„Zurzeit besteht in Baden-Württemberg im Bereich der IT-Arbeitskräfte lediglich ein moderater Fachkräfteengpass, auch wenn dies im Einzelfall gerade von kleinen und mittleren Unternehmen anders wahrgenommen wird“, so die Projektleiterin der WifOR-Studie, Dr. Sandra Hofmann. Zu den wichtigsten IT-Berufen werden in der Untersuchung neben der Informatik auch andere IKT-Berufe wie Systemanalyse, Netzwerktechnik sowie Softwareentwicklung und Programmierung gezählt. Neben den Berechnungen des Angebots- und Nachfragepotenzials von IT-Fachkräften liefert die Studie eine detaillierte Analyse über den IT-Arbeitsmarkt. So arbeiten in Baden-Württemberg aktuell etwa 127.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den „IT-Berufen“ – und 19 Prozent aller in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigten Softwareentwickler/-innen sowie Programmierer/-innen im Südwesten.

Besonders erfreulich sei, so Hoffmeister-Kraut, dass die Zahl der Studienanfänger/-innen in IT-Fächern vom Wintersemester 2010/2011 bis zum Wintersemester 2015/2016 um rund 20 Prozent auf 7.800 gestiegen und auch die Zahl der Absolvent/-innen in den letzten fünf Jahren um etwa 34 Prozent auf 7.900 angewachsen sei.

Um das potenzielle Fachkräfteangebot zu erhöhen, bieten sich nach Ansicht der Forscher insbesondere zwei Stellschrauben an: zum einen eine Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit in den IT-Berufen, zum anderen eine verstärkte Zuwanderung ausländischer IT-Fachkräfte.

Die Ministerin rief deshalb alle Allianzpartner auf, in der Zukunft noch stärker als bisher Frauen in der IT in den Fokus zu nehmen. Hoffmeister-Kraut: „Wir müssen das geschlechterspezifische Berufswahlverhalten weiter aufbrechen, moderne Unternehmenskulturen etablieren und eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreichen.“ Das Wirtschaftsministerium werde deshalb die Landesinitiative „Frauen in MINT-Berufen“ weiter ausbauen und darüber hinaus Mittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro bereitstellen, um 2018/2019 weitere Girl‘s Digital Camps und einen YouTube-Film-Wettbewerb „Girl´s go digital“ umzusetzen.

Hoffmeister-Kraut: „Mit diesen Maßnahmen wollen wir vor allem Schülerinnen erreichen, die bislang noch nicht mit der Digitalisierung - und hier speziell mit Informatikthemen und den Treiberberufen der Digitalisierung in Berührung gekommen sind.“

„Wir müssen aber auch noch mehr junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung in IT-Berufen gewinnen“, so Hoffmeister-Kraut. Mit der vom Wirtschaftsministerium geförderten „Initiative Ausbildungsbotschafter“ seien knapp 100 Auszubildende in IT-Berufen bereits landesweit im Einsatz, um Schülerinnen und Schüler für eine Berufsausbildung und ihren Beruf zu begeistern. „Unser Ziel ist es, explizit mehr junge Menschen für eine betriebliche IT-Berufsausbildung zu gewinnen.“ Ein weiterer Schwerpunkt bilde „Digitalisierung und berufliche Weiterbildung“. Zusätzlich zu den bereits laufenden Projekten plane ihr Haus weitere Maßnahmen, wofür 2018/2019 3,75 Millionen Euro im Rahmen der „Digitalisierungsstrategie“ vorgesehen sind.

Außerdem betonte Hoffmeister-Kraut, dass sie sich auf Bundesebene für eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften einsetzen will. „Wir brauchen ein zielgerichtetes Fachkräfte-Einwanderungs-Gesetz, das den Zuzug von Fachkräften zukünftig regelt und das sich am Bedarf von Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt orientiert.“ Wichtig sei zudem, die für Akademiker bestehenden liberalen Zuwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland noch stärker international publik zu machen. „Baden-Württemberg verfügt mit seinem flächendeckenden Netz an Welcome Centern bereits heute bundesweit über ein Alleinstellungsmerkmal. Die Center sollen sich künftig zusammen mit den entsprechenden Einrichtungen an den Hochschulen und den regionalen Wirtschaftsfördereinrichtungen verstärkt darum kümmern, ausländische Studierende an den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zu binden“, kündigte Hoffmeister-Kraut an.

 

Statements der Partner der Fachkräfteallianz

Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit:
„Ausreichend IT-Fachkräfte für die Wirtschaft in Baden-Württemberg verfügbar zu haben, wird ein wesentlicher Treiber für die Innovationskraft des Landes sein. Digitalisierung wirkt jedoch in fast alle Berufe hinein. Die daraus abzuleitende Transformation in diesen Berufen wird nur mit einer Ausweitung der Weiterbildungsanstrengungen und neuen Formen der Weiterbildung zu bewerkstelligen sein.“

 Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg:
„Es freut mich, dass die vielfältigen Anstrengungen, junge Menschen für die sogenannten MINT-Berufe und hier insbesondere die IT-Berufe zu begeistern, Früchte tragen, wozu auch die Arbeitgeber etwa über deutlich mehr Ausbildungsplätze in IT-Berufen einen großen Beitrag leisteten. Allerdings wird die Freude durch die hohen Abbruchquoten in den MINT-Studiengängen getrübt. Da machen leider auch die IT-Berufe keine Ausnahme. Bewährt haben sich hier Projekte wie ‚MINToring‘ zur Unterstützung der Studierenden beim Studienbeginn. Solche Projekte flächendeckend und institutionell zu fördern, wäre sinnvoll investiertes Geld. Außerdem sollten Studienabbrecher durch bessere Beratung und konsequentere Anrechnung erbrachter Studienleistungen noch schneller zu einem erfolgreichen Berufsabschluss geführt werden.“

Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages:
„Die in der Studie genannten Handlungsfeder sind auch für das Handwerk relevant. Damit kleine und mittlere Handwerksunternehmen digitale Technik für ihre Geschäftsmodelle, ihre Warenflüsse und organisatorischen Abläufe nutzen können, müssen digitale Kompetenzen vor allem in der Beruflichen Aus- und Weiterbildung verankert sein. Dafür braucht es Personalentwicklungsstrategien für die Ausbilder in den Bildungszentren und Berufsschulen. Sie müssen Knowhow vermitteln, das anschlussfähig ist zu den Ausbildungsberufen und den betrieblichen Anforderungen. Denn wir brauchen Handwerker, die mit digitaler Unterstützung individuelle Kundenwünsche erfüllen können.“

Marjoke Breuning, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart:
„Die Wirtschaft braucht Fachkräftenachwuchs - und die Jugendlichen brauchen berufliche Perspektiven. Mit Bildungsinitiativen, die auch schon bei den Kleinsten Neugier wecken sollen, wie dem Haus der kleinen Forscher, und beispielsweise mit der Initiative Ausbildungsbotschafter oder ‚Speed-IT‘ setzt sich die IHK Region Stuttgart dafür ein, dass die Unternehmen auch in Zukunft gute Auszubildende finden. Nur mit starken und motivierten Mitarbeitern können die Betriebe die aktuellen Herausforderungen wie etwa die Digitalisierung meistern.“

Martin Kunzmann, Landesvorsitzender DGB-Bezirk Baden-Württemberg:„Der DGB setzt darauf, dass der Fachkräftebedarf durch eine Stärkung der Aus- und Weiterbildung gesichert werden kann. Freistellungsmöglichkeiten müssen ausgebaut und die Finanzierungsmöglichkeiten für die Beschäftigten verbessert werden. Der DGB erwartet auch, dass die Hochschulen die Zahl der Studienabbrecher deutlich verringern und die Wirtschaft die Ausbildungskapazitäten ausbaut. Die Erhöhung des Frauenanteils in den IT-Berufen erfordert eine weitere Verbesserung der Betreuungssituation für Kinder durch das Land, aber auch eine auf Chancengleichheit ausgerichtete Unternehmenskultur und eine nachhaltige Personalentwicklung unter Berücksichtigung individueller Lebensphasen.“

 

Anhang

Zentrale Ergebnisse der Studie:

  • Das Arbeitskräftepotenzial in den IT-Berufen beläuft sich aktuell auf rund 169.100 Personen und geht bis 2030 auf 137.000 Personen zurück (minus 19 Prozent). Dies ist vor allem durch die demografische Entwicklung zu erklären, da mehr Menschen in IT-Berufen altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden als eintreten.
  • Das IT-Nachfragepotenzial liegt im Jahr 2017 bei etwa 172.100 Personen und geht bis zum Jahr 2030 auf rund 143.700 Personen zurück. Diese rückläufige Entwicklung führen die Forscher unter anderem auf die mit der Digitalisierung einhergehenden Produktivitätsgewinne zurück.

Außerdem bietet die Studie einen aktuellen Überblick über den IT-Arbeitsmarkt:

  • So arbeiten aktuell etwa 127.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den „IT-Berufen“ – dies entspricht rund drei Prozent der 4,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Baden-Württemberg.
  • Der Frauenanteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt in den einzelnen Kernberufen zwischen zwölf bis 21 Prozent. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten fällt im IT-Bereich mit etwa neun Prozent im Vergleich zu 25 Prozent aller Berufe niedrig aus.
  • Rund neun Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über alle IT-Berufe hinweg sind Ausländer.
  • In den letzten drei Jahren ist die Zahl der in den Informatik-Berufen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um elf Prozent angestiegen – während es über alle Berufe rund fünf Prozent waren.
  • Tätigkeiten im Bereich der IT sind durch ein hohes Qualifikationsniveau geprägt. Entsprechend besteht hier ein großer Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften.
  • Die Beschäftigten im IT-Bereich konzentrieren sich v. a. auf fünf Regionen innerhalb Deutschlands: München, Berlin, Hamburg, Stuttgart und Frankfurt. 19 Prozent aller Softwareentwickler und Programmierer, die in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, arbeiten in Baden-Württemberg.
  • Geringfügige Beschäftigung spielt eine untergeordnete Rolle.
  • Das Monatsgehalt einer Arbeitskraft in der Branche „Erbringung von Dienstleistungen in der IT“ betrug im Jahr 2016 im Durchschnitt 6.168 Euro/brutto. Dieser Wert liegt deutlich über dem deutschlandweiten Schnitt dieser Branche von 5.560 Euro/brutto (ähnliches gilt in der „Informations- und Kommunikationsbranche“: 5.804 Euro/brutto in Baden-Württemberg zu 5.391 Euro/brutto deutschlandweit).
  • Der wesentliche Grund für den zu erwartenden Anstieg des Fachkräfteengpasses ist, dass das Angebotspotenzial an IT-Arbeitskräften aufgrund beginnender Renteneintritte der so genannten „Baby-Boomer-Generation“ zurückgeht.

Weitere Hintergrundinfos für die Redaktionen:
Die Studie „Fachkräfte in den IT-Berufen zur Umsetzung der Digitalisierung in Baden-Württemberg“ wurde im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg erstellt. Die Studie wurde durch die Arbeit einer Projektarbeitsgruppe begleitet, in der der Arbeitgeberverband, Vertreter der Gewerkschaften, Kammern, die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit und IT-Fachverbände vertreten waren.

Das Zukunftsszenario geht im WifOR-Prognosemodell von folgenden Annahmen aus:

  • Das tatsächliche Renteneintrittsalter bis zum Jahr 2030 wird von 62 Jahre auf 64 Jahre ansteigen.
  • Das Wachstum der Zahl an Absolventinnen und Absolventen (Studierende und Auszubildende) von 0,5 Prozent jährlich orientiert sich an der Prognose der Kultusministerkonferenz.
  • Der Wachstumspfad des technologischen Fortschritts beruht auf den aktuell absehbaren Entwicklungen; disruptive Innovationen in künftigen Jahren können im WifOR-Modell nicht mitberücksichtig werden.
  • Die Zahl an ausländischen Erwerbstätigen ändert sich bis zum Jahr 2030 nicht zur im Status Quo erfassten Zahl.

In der Fachkräfteallianz Baden-Württemberg sind über 40 Partner vertreten. Dies sind Wirtschaftsorganisationen, Gewerkschaften, die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, die kommunalen Landesverbände, Pflegeorganisationen, regionale Wirtschaftsfördergesellschaften, der Landesfrauenrat und Ministerien der Landesregierung. 

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news-71 Mon, 23 Oct 2017 10:33:00 +0200 Offizielle Einweihung der „Lernfabrik 4.0“ in der Karl-Arnold-Schule Biberach https://www.wirtschaft-digital-bw.de/service/pressemitteilungen/detailseite/offizielle-einweihung-der-lernfabrik-40-in-der-karl-arnold-schule-biberach/ „Unsere Industrie wandelt sich durch die Digitalisierung immer mehr zu einer Industrie 4.0. Damit unser Fachkräftenachwuchs und unsere Beschäftigten am Puls der Zeit bleiben und nicht von dieser Entwicklung abgehängt werden, muss sich dieser Wandel in der Arbeitswelt auch in Aus- und Weiterbildung niederschlagen. In der neuen Lernfabrik 4.0 in der Karl-Arnold-Schule werden Auszubildende und Teilnehmende an Weiterbildungslehrgängen für die digitale Produktion der Zukunft fit gemacht“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Katrin Schütz, am Montag (23. Oktober) bei der offiziellen Einweihung der Lernfabrik 4.0. Damit profitiere nun auch der Landkreis Biberach von einem der Leuchtturmprojekte für Digitalisierung und berufliche Bildung, die die Lernfabriken 4.0 sind. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau fördert die Lernfabrik 4.0 mit rund 440.000 Euro und trägt damit weiter dazu bei, dass die Digitalisierungsstrategie der Landesregierung auch in der Fläche des Landes greift.

„Die intelligente, flexible Fabrik der Zukunft braucht ein optimales Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation“, so Schütz. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen benötigten bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Fachkräftenachwuchses Unterstützung. „In der Lernfabrik 4.0 wird das abstrakte Konzept von Industrie 4.0 für Schülerinnen und Schüler fassbar gemacht. Es freut mich sehr, dass der Landkreis Biberach die Initiative ergriffen und dieses beispielhafte Projekt auf den Weg gebracht hat“, betonte die Wirtschaftsstaatssekretärin.

In der Lernfabrik 4.0 wird eine Industrie 4.0-Prozesskette – von der Beauftragung über Fertigung, Montage und Materialfluss bis zur Auftragsabwicklung – eines Unternehmens realitätsnah für die Aus- und Weiterbildung abgebildet. Die Lernfabrik 4.0 ist mit hochinnovativen Technologien ausgestattet, die bald in jedem produzierenden Unternehmen zu finden sein werden. So ist ein Industrieroboter integriert und es werden aktuelle Produktionsdaten mit Tablets visualisiert. Die Lernfabrik wird in verschiedenen Bildungsgängen der Karl-Arnold-Schule zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen
Neben dem Wirtschaftsministerium bringen der Landkreis als Schulträger, die IHK Ulm und der Förderverein für berufliche Fortbildung an den beruflichen Schulen im Landkreis Biberach e.V. Finanzierungsbeiträge ein. Das Projekt des Landkreises Biberach ist eines von sechzehn Lernfabrik-Konzepten, die nach einer Ausschreibung des damaligen Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft im Jahr 2015 von einer Jury für eine finanzielle Förderung ausgewählt wurde. Das Wirtschaftsministerium fördert die über nahezu alle Regionen des Landes verteilten Lernfabriken mit 6,8 Mio. Euro.

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